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Schleswig-Holstein Betroffene erzählen ihre Geschichten
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17:04 01.06.2019
Von Steffen Müller
Am Tag der Organspende in Kiel erzählten Alina und Bernd Bargholz ihre Geschichte. 2007 spendete der Vater seiner Tochter einen Teil seiner Leber.   Quelle: Frank Peter
Kiel

Die offizielle Eröffnung um 12 Uhr war nur ein kurzer Vorlauf auf das, was den Besuchern am nationalen Organspendetag, der erstmals in Kiel stattfand, geboten wurde. Nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, sein schleswig-holsteinischer Kollege Heiner Garg, Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer sowie Vertreter von Organspende-Verbänden auf die Wichtigkeit des Themas aufmerksam gemacht hatten, gehörte die Bühne Betroffenen, die mit einem Spenderorgan leben.

Geringe Spendenbereitschaft in Deutschland

Die Erfahrungen, von denen die ehemaligen Patienten auf der Bühne berichteten, teilten andere Betroffene an den Zelten in der Holstenstraße. Und überall herrschte Konsens: Mehr Menschen brauchen einen Organspendeausweis und müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen. Denn rund 80 Prozent aller Deutschen wären bereit, nach dem Hirntod Organe zu spenden, doch nur ein Drittel aller Bundesbürger hat tatsächlich einen Ausweis.

Marlene rettete mit ihren Organen vier Leben

Vom Netzwerk Spenderfamilien ist Brigitte Herzog aus Regensburg nach Kiel gekommen. Am 6. Juni 2010 verunglückte ihre Tochter Marlene schwer bei einem Autounfall, im Krankenhaus stellten die Ärzte den Hirntod der damals 18-Jährigen fest. Da Marlene einen Spenderausweis hatte, wurden die lebenserhaltenen Geräte abgeschaltet, mit ihren Organen wurden vier Menschen das Leben gerettet, ihre Leber erhielt ein siebenjähriger Junge. „Ohne Ausweis wäre es für uns unzumutbar gewesen, zu entscheiden, ob Marlenes Organe gespendet werden sollen“, berichtete ihre Mutter.

Vater spendet Tochter Teil seiner Leber

Mit auffälligen T-Shirts warben Alina und Bernd Bargholz für mehr Spenderbereitschaft. „Organempfängerin 27.06.2007“ steht auf dem schwarzen T-Shirt der 29-jährigen Alina, „Organspender 27.06.2007“ und „Opa 2016“ auf dem neon-grünen von Vater Bernd. Als seine Tochter aufgrund einer Autoimmun-Hepatitis eine neue Leber benötigte, zögerte der Vater nicht lange und spendete einen Teil seines Organs.

Nur eine Narbe am Bauch erinnert ihn an den Eingriff, Nebenwirkung spürt er keine. Auch Alina hat sich vollständig erholt, muss nur täglich Medikamente nehmen. Vater und Tochter hoffen, dass die von Gesundheitsminister Spahn favorisiert Widerspruchslösung kommen wird. Sie befürchten, dass sich bei der bisherigen Gesetzeslage – Spender wird nur, wer sich aktiv dafür entscheidet, sonst muss die Familie entscheiden – zu wenige Menschen mit dem Thema befassen.

Den Tag der Organspende auf dem Asmus-Bremer-Platz in Kiel nutzten nicht nur Politiker, um das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen. Auch Organspender und -empfänger kamen zu Wort.
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