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Schleswig-Holstein Weiter keine Einigung über Entlastung
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21:44 27.01.2020
Von Jördis Merle Früchtenicht
UKSH-Mitarbeiter fordern einen Tarifvertrag als Mittel gegen Personalmangel. Die Verhandlungen zwischen Verdi und UKSH gehen am Montag, 27. Janaur 2020, in die fünfte Runde. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Es gab einen konstruktiven Austausch, aber keinen substanziellen Fortschritt“, berichtete Verdi-Sprecher Frank Schischefsky über die Gespräche. Der UKSH-Vorstand habe kein neues Angebot vorgelegt.

Nach Berechnungen der Gewerkschaft bräuchte es mindestens 420 Vollzeitkräfte mehr, um ihre aktuellen Forderungen nach einer Arbeitsentlastung des Pflegepersonals zu erfüllen. Mit einem TarifvertragEntlastung“ soll dieses Ziel erreicht werden.

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Uneinigkeit auch über die Ausfallquote

Verdi hat für Stationen an den Standorten Kiel und Lübeck in Listen vermerkt, wie viele Mitarbeiter pro Schicht nach Ansicht der Gewerkschaft nötig wären. Teils decke sich die Zahl mit den im Wirtschaftsplan des UKSH aufgelisteten Mitarbeitern pro Schicht, teils aber auch nicht, erklärte Holger Wagner, Verdi-Mitarbeiter im Fachbereich „Gesundheit und Soziales“.

Anhand der pro Schicht benötigten Arbeitszeit hat Verdi berechnet, wie viele zusätzliche Vollzeitkräfte gebraucht werden, wenn die Forderungen der Gewerkschaft erfüllt werden sollen. Dazu sei das notwendige Personal jeweils für eine Ausfallquote von 15 und von 20 Prozent ermittelt worden. Die Ausfallquote gibt an, wie viele Mitarbeiter etwa durch Urlaub oder Krankheit nicht arbeiten. „Das UKSH rechnet mit 15 Prozent, wir halten ein Fünftel für realistischer“, erläutert Wagner.

Vollzeitkräfte entsprechen nicht der Zahl der Mitarbeiter

Bei einer Ausfallquote von 15 Prozent brauche das UKSH bereits jetzt nach eigenem Wirtschaftsplan 1843 Vollzeitkräfte, so Verdi. Würden die Forderungen der Gewerkschaft erfüllt, kämen 420 dazu.

Nehme man die höhere Quote von 20 Prozent, kämen zu den benötigten 1958,4 Vollzeit-Pflegern weitere 446 hinzu.

Die Zahl der Vollzeitkräfte entspricht nicht der Zahl der tatsächlich in der Pflege tätigen Mitarbeiter am UKSH, es gibt auch Personal in Teilzeit. Insgesamt sind laut Verdi 5000 bis 6000 Pflegekräfte an den Standorten in Kiel und Lübeck tätig.

In der vierten Verhandlungsrunde am Montag, 20. Januar 2020, hatte das UKSH angeboten, 182 Pflegekräfte mehr zur Verfügung zu stellen. Verdi lehnte ab. "Die Pauschalisierung macht keinen Sinn", erklärt Frank Schischefsky, Sprecher von Verdi Nord. Es gehe zunächst darum, sich in den Gesprächen mit dem Klinikum darauf zu einigen, wie viele Mitarbeiter pro Schicht auf den einzelnen Stationen gebraucht würden.

Tarifertrag soll Regelbesetzung auf den UKSH-Stationen vorschreiben

Seit November verhandeln Verdi und das UKSH, um die Arbeit der Pflegekräfte durch mehr Personal zu erleichtern. Die Gewerkschaft will einen Vertrag, der die Regelbesetzung auf den Stationen vorschreibt, einen Belastungsausgleich schafft und ein Konsequenzen-Management verbindlich regelt.

"Wir haben im Kern das gleiche Ziel: Wir wollen mehr Pflegekräfte und eine Entlastung für die jetzigen Mitarbeiter", betont auch UKSH-Sprecher Oliver Grieve. Der Arbeitsmarkt gebe die benötigte Zahl an Pflegekräften aber nicht her.

Verdi sieht in den Verhandlungen deswegen auch eine Chance: Durch eine verringerte Arbeitsbelastung wären wieder mehr Pflegekräfte bereit, in Vollzeit zu arbeiten. Auch würde die Krankenpflege dann für Auszubildende attraktiver.

Wie Verdi weiter vorgeht, wird am Dienstag von der Tarifkommission entschieden. Die nächsten Verhandlungstermine sind für 6. und 10. Februar angesetzt.

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