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Schleswig-Holstein Eine Reihe von Fällen bewegt den Norden
Nachrichten Schleswig-Holstein Eine Reihe von Fällen bewegt den Norden
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07:01 07.05.2018
Von Niklas Wieczorek
Mit diesem Messer bedrohte ein Mann im April in Hamburg-Wandsbek Passanten und Polizisten. Die schossen ihn nieder. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
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Kiel

Zwar hat das Landeskriminalamt (LKA) in Kiel von 2014 bis 2016 einen Anstieg der Taten registriert, doch 2017 sanken die Zahlen wieder. Für 2018 gibt es noch keine aktuellen Angaben.

1132 Straftaten in Verbindung mit Messerangriffen registrierte das LKA 2016, noch einmal 104 mehr als im Vorjahr und deutlich mehr als 2014 (983 Fälle). Doch sank die Zahl der bekannt gewordenen Fälle 2017 wieder auf 988 – die Zahl der Messer-Morde halbierte sich auf vier, während die Zahlen von Totschlag-Taten bei 22 und die der Körperverletzungen bei 287 stagnierten. Seit 2015 stieg die Aufklärungsquote kontinuierlich.

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Frauen sind häufig die Opfer

„Aus Sicht der Polizei gilt: Waffen, gleich welcher Art, haben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen. Das gilt auch für den vermeintlichen Selbstschutz durch Messer, Schreckschusswaffen oder ähnliches“, so Landespolizeisprecher Torge Stelck. Zunächst fällt auf: Häufig sind Frauen die Opfer, aber fast nie die Täter – und scheinbar greifen Ausländer häufiger zum Messer. Einen klaren Beleg dafür gibt es in Schleswig-Holstein nicht: Doch laut LKA-Statistik rückten afghanische und syrische Tatverdächtige seit 2015 in der Reihenfolge der Nationalitäten auf. Die Zahl der nichtdeutschen Verdächtigen ist von 2014 bis 2017 kontinuierlich gestiegen (von 19 auf 36,6 Prozent) – das gilt ebenfalls für die Opfer (von 14,8 auf 30,5 Prozent). Die meisten Täter (81 Prozent in 2014 und 63,4 Prozent in 2017) sind allerdings weiterhin Deutsche.

KN-online (Kieler Nachrichten) 07.05.2018
06.05.2018
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