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Schleswig-Holstein Schäfer fordern Schutz für alle Herden
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16:58 25.03.2019
Von Heike Stüben
Schäferin Uta Wree mit ihrem Hund auf dem Quad, das technisch aufgerüstet wurde: So kann das Gerät einen Zaun mit vier Litzen ziehen, um Schafherden besser vor Wölfen zu schützen. Quelle: Sven Janssen
Fahrdorf

Jahrelang hat die Schäferin und Tierärztin Uta Wree ihre 16 Herden mit Elektrozäunen mit einer Litze (einem elektrischen Leiter) geschützt. "Für fünf Hektar habe ich dafür mit meinem Quad eine halbe bis dreiviertel Stunde benötigt. Jetzt sind als Schutz vor Wolfsangriffen vier Litzen notwendig", erklärt Wree.

Interaktive Karte: Hier wurde der Wolf in SH gesichtet

Von der Tierschutzorganisation International Fund for Animal Welfare IFAW hat sie vor vier Monaten einen 6000 Euro teuren Aufsatz für ihr Quad zur Verfügung gestellt bekommen. Damit lassen sich gleichzeitig vier Litzen ziehen. Gemeinsam mit dem Bundesverband Berufsschäfer (BVBS) wollte Wree herausfinden, ob die Technik praktikabel und der Zaun wirksam ist.

"Prävention muss überall bezahlt werden"

"Auch mit Technik brauchen wir zu zweit für den Zaunaufbau zwei Stunden", sagt Wree und fügt hinzu: "Der Aufsatz und ich sind keine Freunde geworden. Aber zurzeit ist dies die beste Prävention, die ich kenne."

Schäferin Uta Wree im Video-Interview

Bisher zahlt das Land solch einen Aufsatz aber nur in Wolfspräventionsgebieten.

Interaktive Karte: Hier gab es Wolfsrisse in SH

Als Tierhalterin sei sie bereit, sich auf neue Situationen einzustellen. "Aber auch mit Technik bleibt ein Mehraufwand an Arbeit und Geld. Die Gesellschaft will die Koexistenz mit dem Wolf. Dann muss die Gesellschaft auch diese Mehrkosten übernehmen - und zwar im gesamten Land, nicht nur in den Präventionsgebieten. Denn der Wolf kann überall auftauchen und überall muss er merken, dass er die Zäune meiden muss."

Bund und EU sollen zahlen

Eine Forderung, die Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) nachvollziehen kann. Das Land vervierfache bereits die Mittel für Schäfer in diesem Jahr. Albrecht sieht jetzt auch den Bund und die EU-Agrarpolitik gefordert und hat bereits Vorstöße gen Berlin und Brüssel unternommen. Auch Andreas Dinkelmeyer vom IFAW und Andreas Schenk vom BVBS unterstützen Albrecht ausdrücklich. Außerdem hat das Land 7500 Euro bereitgestellt: Damit will der BVBS in einer Machbarkeitsstudie prüfen, ob die Zauntechnik auch ferngesteuert eingesetzt werden kann. 

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