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Schleswig-Holstein Wieder mehr Tierversuche im Norden
Nachrichten Schleswig-Holstein Wieder mehr Tierversuche im Norden
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11:36 18.05.2019
Von Christian Hiersemenzel
Neben Ratten und Mäusen wurden an der Kieler Uni auch Kegelrobben und Seehunde, Lurche, Frösche und Wildvögel, Pferde, Rinder, Schafe, Schweine und Kaninchen zu wissenschaftlichen Versuchen eingesetzt. Quelle: Knud Demantowsky
Kiel

Im Umweltministerium verweist man auf das Exzellenzcluster von Bund und Ländern an Universitäten und Forschungsinstituten. Man könne grundsätzlich davon ausgehen, dass die erhöhten Zuweisungen zum Anstieg geführt hätten.

„Die Landesregierung in Schleswig-Holstein sollte sich für eine konkrete Strategie zum Ausstieg aus den Tierversuchen stark machen und entsprechend Druck auf die Bundesregierung ausüben“, forderte eine Sprecherin des Deutschen Tierschutzbund. Die Methode sei „veraltet, ungenau und unzuverlässig“. Ergebnisse von Tierversuchen ließen sich schlecht auf den Menschen übertragen. „Somit sprechen nicht nur ethische, sondern auch wissenschaftliche Gründe dagegen.“

Auch Ziegen kamen für Tierversuche zum Einsatz

In der Grundlagenforschung kommen häufig Mäuse und Ratten zum Einsatz. Im Vergleichszeitraum 2016/2017 stieg im Norden die Zahl der Mäuse um 2200 auf 21 500 Tiere. Statt 400 waren es 5500 Ratten. Im Bereich „Schutz der natürlichen Umwelt im Interesse der Gesundheit oder des Wohlbefindens von Menschen und Tieren“ wurden 2017 insgesamt 80 Ziegen und 1300 Haushühner eingesetzt – im Jahr zuvor war es kein einziges dieser Tierarten. Die Anzahl der Fische stieg von 1250 auf 2600.

Laut Ministerium sind es hauptsächlich die Unis Kiel und Lübeck sowie das Forschungszentrum für Medizin und Biowissenschaften Borstel (Kreis Segeberg), die regelmäßig Tierversuche unternehmen. Darüber hinaus gehe es um etwa 40 privatwirtschaftliche Einrichtungen. Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) verwies auf strenge Auflagen. „Um dies zu gewährleisten, arbeiten wir an der Ethikkommission zu Tierversuchen mit und lassen uns von Tierschützern und Wissenschaftlern beraten.“

Versuchsanzahl schwankt stark

Das Versuchsaufkommen unterliege Schwankungen: Im Jahr 2014 seien noch 136 000 Versuchstiere registriert worden, ein Jahr später war die Zahl auf 56 000 gefallen. „Insgesamt muss aber mehr getan werden, um die Zahl weiter zu reduzieren“, sagte Albrecht. Das Bundesrecht sei „endlich“ an die strengeren Vorgaben der EU-Tierversuchsrichtlinie anzupassen, damit Alternativen zum Tierversuch vereinfacht geprüft werden können. „Das würde die Legitimation der Bevölkerung für solche Versuche stärken, die wir aus medizinischen Zwecken tatsächlich brauchen.“

Die SPD nimmt den Minister in die Pflicht. „Albrecht muss beim Bund mehr Druck machen“, forderte der Abgeordnete Stefan Weber. „Die Zahl der Versuche muss dringend geringer werden, zumal es sich auch um größere Primaten handelt.“

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