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Schleswig-Holstein Eltern gegen Einstellung des Verfahrens
Nachrichten Schleswig-Holstein Eltern gegen Einstellung des Verfahrens
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18:07 15.01.2020
Bei einem Ausflug einer Kindergartengruppe ins Freibad Bad Bramstedt soll sich der Junge unbemerkt von der Gruppe entfernt haben. Er wurde leblos im Wasser treibend von zwei Jugendlichen entdeckt und starb einen Tag später im Krankenhaus. Quelle: Carsten Rehder
Bad Bramstedt/Neumünster

Zunächst hatte es geheißen, alle Seiten, auch die Anklagebehörde, stimmten nach gründlicher Prüfung einer Einstellung zu.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Axel Bieler wandten sich die Eltern aber am zweiten Verhandlungstag dagegen, weil sie nicht auf mögliche zivilrechtliche Ansprüche gegen die Angeklagten verzichten wollten. Sie sind Nebenkläger.

Kind lief alleine zum Nichtschwimmerbecken

In dem Prozess müssen sich drei Erzieherinnen und zwei Bademeister wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen verantworten. Sie sollen im Juni 2016 bei einem Ausflug in das Freibad nicht ausreichend auf den Sechsjährigen aufgepasst und so dessen Tod fahrlässig verursacht haben. Das Kind lief demnach nach zwei gemeinsamen Badegängen allein zum Nichtschwimmerbecken zurück. Zwei Jugendliche entdeckten den Jungen wenig später bäuchlings im Wasser treibend. Er starb am folgenden Tag im Krankenhaus.

Junge sprach kein Deutsch und konnte nicht schwimmen

Die Familie war erst kurz zuvor aus dem Irak nach Deutschland geflüchtet, der Junge nach Aussage der Eltern erst wenige Tage im Kindergarten. Er sprach noch kein Deutsch und konnte nicht schwimmen. Über den Ausflug seien sie nicht informiert worden, sagten die Eltern. Die Angeklagten schweigen vor Gericht. Ihnen drohen bei einer Verurteilung Geld- oder Freiheitsstrafen. 

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Von dpa

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