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Schleswig-Holstein Welchen Schiffen droht das Aus?
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08:00 21.08.2018
Von Frank Behling
Die Traditionsschiffe wie der Dampftonnenleger „Bussard“ (li.) gehören zu einer jeden Windjammerparade. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Die Unfallermittler hatten eine Kollision zwischen dem Dampfeisbrecher und einer Fähre mit zehn Verletzten überprüft – und waren zu dem Schluss gekommen, dass das von der Berufsgenossenschaft Verkehr 2014 ausgestellte Sicherheitszeugnis für die 1933 gebaute „Stettin“ eingezogen werden sollte.

Begründung: Da sie als Fahrgastschiff genutzt werde, müsse sie die strengeren Auflagen der EU-Fahrgastschiffsrichtlinie 2009/45/EG erfüllen. „Wir wissen nicht, wie es im nächsten Jahr weitergeht“, heißt es aus dem Umfeld des Dampfeisbrechers. Der Vorstand war am Montag nicht erreichbar.

Und auch bei der Gesellschaft für historische Wasserfahrzeuge (GSHW) war die Sorge spürbar. „Es sind alle historischen Motor- und Dampfschiffe mit mehr als 24 Meter Länge betroffen, das sind bei uns etwa zehn“, sagt Nikolaus Kern, stellvertretender Vorsitzender des Dachverbands der Traditionsschiffer. Im Moment sehe es so aus, als ob Segelschiffe nicht betroffen sein sollen. „Genau wissen wir es aber vielleicht erst nach einem Treffen der Arbeitsgruppe mit Vertretern der Berufsgenossenschaft und des Ministeriums am 6. September“, sagte Kern.

Fahrten würden zu teuer werden

„Wenn wir zukünftig nach den Vorgaben der EU-Fahrgastschiffsrichtlinie eingestuft werden, ist es das Aus für unseren Verein“, sagt Marco Josefus vom Kieler Dampftonnenleger „Bussard“. Das 1905 auf der Meyer Werft gebaute Schiff könne die Auflagen der EU-Vorgabe als Tonnenleger nicht erfüllen, da es nicht vor 1965 als Fahrgastschiff zugelassen und eingesetzt wurde. Zwar gehört die „Bussard“ zur Flotte des städtischen Schifffahrtsmuseums und ist deshalb nicht von einem Verkauf oder einer Verschrottung bedroht. „Wir können dann aber keine Fahrten mehr unternehmen, da das einfach zu teuer ist. Damit ist der langfristige Erhalt aber auch wieder schwierig“, so Josefus. Der Verein hatte den maroden Tonnenleger erst wieder flott gemacht und mit den Einnahmen aus den Ausflugsfahrten den Unterhalt gesichert.

In Kiel erfüllen die Vorgaben der EU-Richtlinie nur die beiden Passagierschiffe „Kieler Sprotte“ (Baujahr 1905) und die „Stadt Kiel“ (Baujahr 1934). In Flensburg ist der Salondampfer“ Alexandra“ bereits vor 1965 als Passagierschiff im Einsatz gewesen. Der historische Hafenschlepper „Flensburg“ ist jedoch bedroht. „Ob es aber wirklich so hart kommt, muss man jetzt abwarten. Die BSU gibt ja nur eine Empfehlung“, so Frank Petry aus dem Vorstand.

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