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Schleswig-Holstein Für die „Gorch Fock“ wird es langsam eng
Nachrichten Schleswig-Holstein Für die „Gorch Fock“ wird es langsam eng
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07:00 12.01.2019
Von Frank Behling
Foto: Wie geht es weiter mit der „Gorch Fock“?
Wie geht es weiter mit der „Gorch Fock“? Quelle: Carsten Rehder
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Kiel/Berlin

Wie geht es weiter mit der „Gorch Fock“? Nachdem Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kurz vor Weihnachten einen Stopp der Zahlungen an die Elsflether Schiffswerft verfügt hatte, droht nun das endgültige Aus für das Segelschulschiff. 

Im Fokus stand am Freitag aber nach Informationen von KN-online noch nicht die Entscheidung über die Zukunft des seit vier Jahren im Dock liegenden Schiffes.

Woher kommt trotz regelmäßiger Überholung der Verschleiß?

Wie bekannt wurde, hat die Ministerin Einblicke in einen Bericht des Bundesrechnungshofes bekommen.

Die Prüfer haben alle Reparaturen durch die Elsflether Werft der vergangenen 18 Jahre genau unter die Lupe genommen. Seit Sommer 2000 war die "Gorch Fock" ausschließlich dort überholt worden. Und genau deshalb gebe es „Redebedarf“.

Einige Arbeiten waren in der Zeit mehrfach vergeben worden. Deshalb steht auch die Frage im Raum, weshalb trotz dieser regelmäßigen Überholungen so immense Verschleißerscheinungen entstehen konnten.

Elsflether Werft will Vertrauen zurückgewinnen

Die Elsflether Werft hatte bereits zuvor angekündigt, alles tun zu wollen, um das Vertrauen des Auftraggebers wieder zu erlangen. Ob das gelungen ist, sickerte Freitagabend nicht durch.

Am Mittwoch berät der Ausschuss über die Zukunft des Seglers

Details dürften frühestens am Mittwoch bekannt werden, wenn der Verteidigungsausschuss des Bundestages zusammenkommt. Unter Tagesordnungspunkt 10 steht dort der Bericht des Verteidigungsministeriums zum Sachstand Segelschulschiff „Gorch Fock“.

In der Marine genießt die Zukunft des Schiffes offenbar nicht mehr oberste Priorität. „Es geht ja auch ohne“, ist ein oft gehörtes Argument.

Vizeadmiral spricht "Gorch Fock" in Rede nicht an

In seiner traditionellen Ansprache zur Lage der Marine vor den Offizieren und Kommandeuren bei der 59. Historisch-Taktischen-Tagung der Flotte, sparte Vizeadmiral Andreas Krause am Donnerstag die „Gorch Fock“ komplett aus.

Er verwies stattdessen auf Möglichkeiten der Digitalisierung, Simulation und Vernetzung als ergänzende Möglichkeiten bei der Seefahrtsausbildung.