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Schleswig-Holstein Keine Angst vorm Entenbraten
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08:39 24.12.2016
Von Kristiane Backheuer
Trotz der Geflügelpest ist die Nachfrage ungebremst: Fast im Minutentakt bringt Restaurantleiter Bayram Zengin (62) vom Kieler Ratskeller eine halbe Ente mit Rotkohl und Kartoffelklößen an die Tische. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

 Im Kieler Ratskeller mitten in der Innenstadt duftet es nach Braten. Fast im Minutentakt geht zur Weihnachtszeit die halbe Ente aus der Küche zu den hungrigen Gästen an den weiß eingedeckten Tischen. „Nein“, sagt Restaurantleiter Nasser Daher (50), „die Geflügelpest hat bei uns keine Auswirkungen. Das wundert mich selbst ein wenig. Aber die Nachfrage ist so groß wie immer.“ Auch im übrigen Schleswig-Holstein ist der Hunger auf Geflügel seit der dramatischen Ausbreitung der aggressiveren Vogelgrippe kaum zurückgegangen.

 „Die Leute essen gerne Geflügel“, sagt Elisabeth Ismer (53), die Beckmann’s Gasthof in Achterwehr betreibt. An den beiden Weihnachtsfeiertagen erwartet die Gastwirtin rund 300 Gäste. Viele davon werden die halbe Ente oder Gänsekeulen bestellen. „Ich hab’ was vor“, sagt sie augenzwinkernd und eilt auch schon wieder in die Küche. Das Geflügel bezieht sie beim Citti-Markt. In diesem Jahr ausschließlich tiefgefroren. Damit ja nichts schief geht.

 Auch im Antik-Hof Bissee bleibt man gelassen. „Die Geflügelpest beeinträchtigt uns gar nicht“, so Küchenchef Carsten Ott (40). „Wir kochen feinheimisch und unser Hauptlieferant ist der Markeruper Geflügelhof aus Husby. Das ist der Geflügelhändler unseres Vertrauens, und das wissen auch unsere Gäste.“  An den zwei Feiertagen werden knapp 700 hungrige Gäste erwartet. Rund ein Drittel bestellt Gans, so Ott, der Brust und Keule mit Fliederbeer-Rotkohl, Kartoffelklößen, Maronenpüree und einer Füllung aus Brot, Rosinen, Apfel und Beifuß serviert.

 Auch der Drathenhof in Rammsee hat keine Einbußen oder Umbestellungen aufgrund der Geflügelpest. „Im Gegenteil“, sagt Inhaber und Küchenmeister Dirk Nöhr (50). „Wir verkaufen zurzeit mehr Gänse als sonst. Die Nachfrage ist da, und alle können liefern.“ So gibt es unter anderem auch die geschmorte Markeruper Entenkeule karamellisiert mit Orangensauce oder das Truthahn-Rahmgeschnetzelte mit Kartoffelschnee.

 Einzig das Restaurant Schanze am See in Neumünster lässt die deutschen Produkte links liegen und greift zu Geflügel aus Frankreich. „Die Ware ist Bioware und zertifiziert“, sagt Küchenchef Michael Huk (32). „Damit sind wir auf jeden Fall auf der sicheren Seite.“ Mehr als 500 Gäste haben sich für die beiden Weihnachtsfeiertage angemeldet. „Rund die Hälfte davon bestellt Geflügel. Für Skeptiker haben wir aber auch ganz viel Kalb im Programm, regionale und helle Ware, die zart und lecker ist.“

 Derweil bruzelt im Kieler Ratskeller die nächste Entenbrust im Ofen. Restaurantleiter Bayram Zengin (62) freut sich. Köstlich sieht es aus. Und sind die Gäste zufrieden, gibt es vielleicht auch ein gutes Trinkgeld.

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