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Schleswig-Holstein Frauenhäuser fordern mehr Plätze
Nachrichten Schleswig-Holstein Frauenhäuser fordern mehr Plätze
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07:00 05.07.2018
Von Alev Doğan
Das Hauptproblem der Frauenhäuser: Sie haben zu wenige Plätze. Quelle: Thomas Eisenkraetzer
Kiel

„Seit Jahren schon müssen wir mehr Frauen abweisen als wir aufnehmen können“, sagte Maike Schiemann vom Kieler Frauenhaus. „2017 haben wir 130 Frauen aufgenommen – und mussten 320 abweisen.“ Die Lage werde immer dramatischer. „Wir brauchen dringend mehr Plätze“, bestätigte auch Andrea Heitmann vom Frauenhaus Preetz.

Frauenbündnis Kiel appelliert an die Landesregierung

Das Frauenbündnis Kiel richtet daher gemeinsam mit dem Frauenhaus Kiel, dem Verbund feministischer Mädchen- und Frauenfacheinrichtungen und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt einen Appell um Unterstützung an die Landesregierung. Wortführerin ist SPD-Landtagsabgeordnete Özlem Ünsal, die auch Sprecherin des Frauenbündnisses ist.

26 neue Plätze für Frauen in Not

„Der Druck in Kiel wächst. Wir benötigen weitere 26 Plätze für die Landeshauptstadt“, sagte Ünsal. „Wir fordern deshalb das Land auf, den Finanzierungsbedarf der Belegungsplätze ebenfalls in das Finanzpaket Frauenhäuser aufzunehmen.“

Auch die grundsätzliche Finanzierung der Frauenhäuser solle reformiert werden. Als 1997 die Förderung der Frauenhäuser in das Finanzausgleichsgesetz (FAG) integriert wurde, sei eine Bestandsaufnahme der Frauenhausplätze gemacht worden. Danach richtete sich dann auch die Förderung. „Allerdings entsprachen die vorhandenen Plätze schon damals nicht dem realen Bedarf“, so Imke Deistler vom Frauenbündnis. Das Kieler Frauenhaus sei seit seiner Eröffnung 1978 schon „deutlich zu klein“ gewesen. Dieser „Webfehler“ müsse korrigiert werden.

Zuflucht für Frauen in Gewaltsituationen

Vom Land finanzierte Projekte wie „Frauen-Wohnen“, das Frauen beim Schritt aus Frauenhäusern in bezahlbare Wohnungen helfen soll, seien begrüßenswert, wirkten aber nicht als kurzfristige Sofortmaßnahme für die prekäre Belegungssituation.

Kiels Gleichstellungsbeauftragte Helga Rausch betont: „Als Landeshauptstadt und als wachsende Stadt müssen wir dafür Sorge tragen, dass Frauen, denen Gewalt angetan wird, Zuflucht finden und nicht abgewiesen werden.“