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Schleswig-Holstein U-18-Fahrer bestehen Fahrprüfung öfter
Nachrichten Schleswig-Holstein U-18-Fahrer bestehen Fahrprüfung öfter
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08:00 27.03.2018
Von Alev Doğan
Auf geht’s: Der 16-jährige Kjell Bösenkötter trainiert mit Fahrlehrer Gunnar Walkenhorst. Junge Fahrschüler absolvieren ihre Prüfungen auffällig erfolgreich. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

2013 fielen noch lediglich 25 Prozent durch die Prüfung. Auffällig erfolgreich sind hingegen Fahrschüler, die begleitetes Fahren ab 17 Jahren anstreben.

Noch im Januar hatte sich Schleswig-Holstein für begleitetes Autofahren schon mit 16 Jahren stark gemacht. Der Landtag hatte sich einstimmig für einen gemeinsamen Modellversuch mit Niedersachsen ausgesprochen. Argumentiert wurde vor allem mit der Unfallstatistik, laut der es zu deutlich weniger Unfällen von Fahranfängern kommt, seit es das begleitete Fahren ab 17 Jahren gibt.

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U-18-Fahrer bestehen viel häufiger

Doch offenbar ist es nicht nur die Unfallstatistik, die für das begleitete Fahren spricht: Die Zahlen aus dem Kraftfahrtbundesamt zeigen, dass junge Fahrer unter 18 Jahren, die sich für das begleitete Fahren qualifizieren wollen, sowohl die praktische als auch die theoretische Führerscheinprüfung sehr viel öfter bestehen. So haben im Jahr 2016 insgesamt 37,5 Prozent der Fahrschüler ihre theoretische Prüfung nicht bestanden. Bei den Schüler, die sich für das Begleitete Fahren qualifizieren wollten, lag die Quote derjenigen, die durch die Prüfung fielen, lediglich bei 30 Prozent.

Auch die Zahlen in Schleswig-Holstein untermauern den Bundestrend: Während im Norden 31,8 Prozent der „klassischen“ Fahrschüler durch die Theorie-Prüfung rasselten, waren es bei denen, die sich für den begleiteten Führerschein ab 17 angemeldet hatten, bloß 26 Prozent. Bei der praktischen Prüfung fielen 28 Prozent durch den Pkw-Führerscheintest, wohingegen nur 24 Prozent der Schüler durchfielen, die begleitetes Fahren anstrebten.

Dass die U-18-Fahrschüler durchweg besser abschneiden, erklärt sich der Vorsitzende des Fahrlehrerverbands Schleswig-Holstein, Frank Walkenhorst, mit ihrer besonderen Motivation: „Ich kann mir vorstellen, dass die 17-Jährigen einfach ein bisschen heißer sind auf den Führerschein als andere, für die das später nur ein lästiges Muss ist.“

Videosequenzen können Teil der Prüfung sein

Dass immer mehr Fahranfänger durch die theoretische Prüfung fallen, könne indes mit den Änderungen der Prüfungen zu tun haben, sagte Walkenhorst. „Seit 2014 sind zum Beispiel Videosequenzen Teil der theoretischen Führerschein-Prüfung“, so Walkenhorst. In den Videos gehe es etwa um Testfragen zur Gefahrenwahrnehmung. „Die Umgebungsvariablen in den Videos verändern sich, sodass man die Antwort nicht wie bei Bild-Fragen auswendig lernen kann. Man muss erlerntes Wissen anwenden.“

Hinzu komme ein erhöhter Anteil an Prüflingen aus außer europäischen Ländern, die ihren bereits vorhandenen Führerschein in Deutschland anerkennen lassen wollen. „Diese Menschen nehmen an der theoretischen Prüfung teil, ohne die theoretische Fahrschul-Ausbildung in Deutschland durchlaufen zu haben“, erläuterte Wankenhorst. Dadurch fielen sie öfter durch. So habe der Zuzug von Asylbewerbern und Flüchtlingen auch Einfluss auf die Statistik der Fahrschulprüfungen.

Schleswig-Holstein Düt plttdüütsche Märken kennt jedeen - Swinegel un Haas
Heike Thode-Scheel 26.03.2018