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Schleswig-Holstein UKSH verdoppelt Zahl der Intensivbetten
Nachrichten Schleswig-Holstein UKSH verdoppelt Zahl der Intensivbetten
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12:26 02.04.2020
Von Michael Kluth
Das UKSH in Kiel hält ab Mitte April 179 Intensivbetten bereit, das in Lübeck 183. Quelle: Christian Charisius
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Kiel

Danach werden an beiden Standorten sechs Stationen personell und medizintechnisch aufgerüstet. Das Geld dafür stellt das Land bereit. Allein die Medizintechnik kostet 5,5 Millionen Euro. Dazu gehören Ultraschallgeräte, Bronchoskopie-Einheiten, Dialysegeräte, Röntgensysteme, Beatmungstechnik, Monitoring und Infusionstechnik. Alle Intensivplätze verfügen über Beatmungsgeräte. Mit einem Stufenkonzept soll die schrittweise Belegung der Intensiveinheiten gesteuert werden.

Personal aus anderen Abteilungen wird zusammengezogen

Zusätzlich zum spezialisierten Personal auf den Intensivstationen werden Mitarbeiter aus anderen Abteilungen geschult und auf einen Einsatz in der Intensivmedizin vorbereitet. Gleichzeitig durchlaufen Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachgebiete ein Einarbeitungscurriculum. Das UKSH ruft auch externe Ärzte auf, sich in den Schulungen auf einen Einsatz in der Intensivmedizin vorzubereiten.

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Angesichts der „Krise ungekannten Ausmaßes“, so das UKSH, müsse „die Vermeidung von Triage-Situationen“ das Ziel sein, in denen Ärzte „im schweren ethischen Konflikt“ entscheiden müssten, wer vorrangig intensivmedizinisch versorgt wird – und wer nicht. Mit der Aufrüstung sei „ein entscheidender Schritt getan, dass weder der Staat noch der Arzt bestimmen muss, welches Leben zu retten ist“.

"Das UKSH will bestmöglich vorbereitet sein"

„Es ist unser gemeinsames Ziel, für den bevorstehenden Anstieg von Covid-19-Patienten bestmöglich vorbereitet zu sein“, sagte Prof. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH. „Wir sind dem Land dankbar für den unkomplizierten finanziellen Einsatz.“

Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU) sagte: „Auf unser Universitätsklinikum kommt als einzigem Maximalversorger in Schleswig-Holstein eine riesige Herausforderung zu. Daher haben wir schnell entschieden, das UKSH finanziell in die Lage zu versetzen, sich für diese große Herausforderung bestmöglich aufzustellen.“
Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) betonte: „Die Verdopplung der Intensivbetten-Kapazitäten ist jetzt das Gebot der Stunde, um unsere Versorgungsstrukturen auf eine steigende Anzahl von Covid-19-Patienten vorzubereiten. Dabei nimmt das UKSH als Maximalversorger eine wichtige Rolle ein.“
Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) sagte: „Jetzt ist die Zeit der schnellen Hilfe. Gesundheit ist wichtiger als die schwarze Null."

Die Intensivmedizin ist schon auf dem neuesten Stand der Technik

Wegen der Neubauten im August 2019 in Kiel und im November 2019 in Lübeck sei das UKSH "infrastrukturell hervorragend aufgestellt", betonte Kliniksprecher Oliver Grieve. Für die intensivmedizinische Ausstattung in die Neubauten seien so schon mehr als 40 Millionen Euro investiert worden. Die Intensiveinheiten und -systeme seien jetzt bereits auf dem modernsten Stand der Technik.

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