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Schleswig-Holstein Viele Schulabgänger ohne Abschluss
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18:00 30.07.2019
Von Anne Holbach
„Die weiter hohe Zahl junger Menschen, die ohne Abschluss ihre Schullaufbahn beenden, macht uns große Sorgen“, sagte Eva Maria Welskop-Deffaa vom Vorstand des Deutschen Caritasverbandes zu der Studie. Quelle: Julian Stratenschulte
Kiel

In Schleswig-Holstein brechen immer mehr Jugendliche die Schule ab: Laut einer Studie der Caritas verfehlten 8,3 Prozent von ihnen den Hauptschulabschluss im Jahr 2017. Das waren 0,9 Prozentpunkte mehr als bei der vorhergehenden Erhebung im Jahr 2015.

Schleswig-Holstein liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 6,9 Prozent, der auch um einen Prozentpunkt zunahm. Am besten ist die Lage in Hessen (5,4) und im benachbarten Hamburg (6). Den schlechtesten Wert erreichte Berlin mit 11,7 Prozent.

Von der Schule in die Sozialberatung

„Die weiter hohe Zahl junger Menschen, die ohne Abschluss ihre Schullaufbahn beenden, macht uns große Sorgen“, sagte Eva Maria Welskop-Deffaa vom Vorstand des Deutschen Caritasverbandes. „Viele von ihnen begegnen uns in den nächsten Jahren wieder – beispielsweise in der allgemeinen Sozialberatung, in der Schwangerenberatung, oder aber in der Schuldnerberatung.“

Bundesweit waren demnach 52000 Jugendliche betroffen. Nach Angaben des Statistikamts Nord gingen 2017 in Schleswig-Holstein 1067 junge Menschen nach Ende der Schulpflicht ohne Abschluss ab. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor.

„Jeder junge Mensch ohne Schulabschluss ist einer zu viel“, sagt Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Die Landesregierung hatte im Koalitionsvertrag das Ziel formuliert, die Zahl der Abbrecher zu verringern. „Dafür haben wir auch schon die Weichen gestellt.“

Als Beispiele nennt Prien mehr Unterricht in der Eingangsphase, die Grundschulempfehlung für die weiterführende Schule oder die Erarbeitung eines Konzeptes gegen Schulschwänzen. Zudem sei das Projekt "Produktives Lernen" eingeführt worden. Es gebe flexible Übergangsphasen und 20 Perspektiv-Schulen.

Regionale Unterschiede in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein sind der Caritas-Erhebung zufolge die regionalen Unterschiede zwischen den Kreisen und Städten sehr groß. Die schlechteste Quote erreicht Lübeck mit 12,6 Prozent, den niedrigsten Wert verzeichnete Stormarn mit 4,9 Prozent (siehe Grafik).

Die landeseigene Statistik kommt mit 7,6 Prozent auf eine insgesamt niedrigere Abbrecherquote als die Caritas. Das hänge mit unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen zusammen, so Prien. „In Schleswig-Holstein werden – anders als in anderen Bundesländern – zwei Drittel aller Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen unterrichtet“, betont die Ministerin.

Laut Caritas ist ein Grund für den Anstieg der Zahlen die Zuwanderung. Die Ministerin schließt sich dieser Einschätzung an. Flüchtlinge hätten aus unterschiedlichsten Gründen die Schule ohne Abschluss verlassen – dazu zähle auch eine Rückkehr ins Heimatland.

Für viele Zugewanderte sei es eine große Herausforderung, innerhalb kurzer Zeit eine neue Sprache zu lernen und einen Schulabschluss zu machen, heißt es von der Caritas. Zudem sei die Vorbildung der Jugendlichen sehr unterschiedlich.

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