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Schleswig-Holstein Jugendliche greifen weniger zur Flasche
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10:00 19.05.2017
Von Ulrich Metschies
Positiver Trend: Immer mehr Jugendliche finden Alkohol uncool. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Jugendliche greifen immer weniger und maßvoller zur Flasche als früher. Das zeigt eine neue Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Dieser Trend gilt zwar grundsätzlich auch für Schleswig-Holstein, wie Experten auf Nachfrage bestätigten. Trotzdem geben ihnen stagnierende Zahlen zum Rauschtrinken unter Jugendlichen weiterhin Anlass zur Sorge.

Auch bei Älteren sinkt der regelmäßige Alkoholkonsum

Laut Bundeszentrale greift durchschnittlich jeder zehnte Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren einmal pro Woche zu alkoholischen Getränken, 2004 waren es mit 21,2 Prozent noch mehr als doppelt so viele. Und: Etwa jeder dritte Jugendliche (ganz genau 36,5 Prozent) gab sogar an, ganz auf Alkohol zu verzichten. Das ist der höchste Wert in dieser Gruppe, der seit dem Start der Erhebung 2001 erfasst wurde. Auch bei Älteren der insgesamt 7000 telefonisch Befragten sei der regelmäßige Alkoholkonsum rückläufig. 30,7 Prozent der 18- bis unter 25-Jährigen trinken regelmäßig, 2004 waren es noch 43,6 Prozent.

Kieler Medizin-Psychologe bestätigt den Trend

Die Kieler Medizin-Psychologe Prof. Reiner Hanewinkel bestätigt den rückläufigen Trend auch für den Norden, sieht aber keinen Grund zur Entwarnung. „Bei den Rauschtrinkern sind wir in der Prävention nicht so erfolgreich. Die Zahlen stagnieren hier seit einigen Jahren.“

Dies belegen auch die bundesweiten Daten: 42,5 Prozent der 18- bis 25-Jährigen gaben an, im vergangenen Monat mindestens fünf Gläser bei einer Gelegenheit getrunken zu haben, im Vergleich zu den beiden Vorjahren sind das nur bescheidene zwei Prozent weniger. Bei den Zwölf- bis 17-Jährigen stiegen die Werte im Vergleichszeitraum sogar leicht von 14,6 auf 16,5 Prozent, bei gleichaltrigen Mädchen stagnieren sie zwischen zehn und elf Prozent.

Solche Zahlen beunruhigen auch den Geschäftsführer der Landesstelle für Suchtfragen, Mathias Speich. „Es ist zwar nicht die große Masse der Jugendlichen, die regelmäßig über die Stränge schlägt. Aber die wenigen, die viel trinken, steigern ihren Konsum tendenziell immer noch weiter. An diese Gruppe müssen wir künftig stärker herankommen.“

Seit rund zehn Jahren versuchten dies zwar die Mitarbeiter des Alkoholpräventionsprojektes „Halt“. Doch insbesondere in ländlichen Gebieten gestalte sich die Beratung und Begleitung gefährdeter Jugendlicher schwierig. Als Hauptgrund dafür vermutet Speich die im Vergleich zu Städten weiten Wege zu Beratungsstellen. In der Landeshauptstadt ist die Lage entspannt. Von Jahr zu Jahr registrieren Kieler-Woche-Jugendschutzstreifen weniger alkoholisierte Jugendliche.

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