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Schleswig-Holstein Ein Nachmittag mit Robert Habeck
Nachrichten Schleswig-Holstein Ein Nachmittag mit Robert Habeck
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16:17 05.11.2013
Seit 2012 ist Robert Habeck in Schleswig-Holstein Minister für Energiewende, Landwirtschaft und Umwelt. Quelle: pae
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Kiel

Ende September hatten wir die Möglichkeit, Schleswig-Holsteins Umwelt- und Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) zum Thema Klimaschutz zu interviewen. Es war ein interessanter Nachmittag, da wir einen Einblick in die Arbeit des Landtags bekamen.

 Nach unserer Ankunft empfing uns die Pressesprecherin des Ministeriums, Nicola Kabel. Kurz darauf konnten wir das Interview mit Herrn Habeck führen.

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 Er erzählte uns, dass er Umweltminister werden wollte, weil er findet, dass es in der Politik sehr viel um Geld geht. Aber die Umwelt, die keinen geldlichen Wert hat, solle auch geschützt werden. Als er 16 Jahre alt war, explodierte das Atomkraftwerk Tschernobyl. „Ich hatte Angst, dass meine Generation nicht überleben wird“, gibt er zu. Durch diesen Schock entschied er, sich für die Umwelt einzusetzen.

 „Wenn wir nichts gegen den Klimawandel unternehmen, wird der Meeresspiegel um einen halben Meter ansteigen und dadurch eine große Flüchtlingsbewegung verursachen.“ Robert Habeck ist sich sicher, dass Schleswig-Holstein damit umgehen könnte – schließlich könnten wir Dämme bauen. In anderen Teilen der Welt würde der Anstieg verheerende Folgen haben, weil nicht alle Länder so reich sind wie Deutschland. Die Sommer würden wärmer werden und es würde noch schwieriger werden, gute Ernteerträge zu erwirtschaften.

 „Ich halte Elektroautos für sinnvoll, da sie den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren“, sagt der Minister. Viele verdrängen, dass das Öl immer teurer wird, dabei sei Strom eine gute Alternative. In der Zukunft könnte man das Elektroauto als Elektrospeicher verwenden, denn die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien schwankt, sodass mal zu viel und mal zu wenig Strom da ist. Man könnte dann zum Beispiel die übriggebliebene Energie des Elektroautos für den Toaster nutzen.

 In Schleswig-Holstein haben wir viele Windkraft-, Solar- und Biogasanlagen. Robert Habeck versucht, dafür zu sorgen, dass diese Anlagen weiter gebaut werden und die Preise nicht zu sehr ansteigen. Er will dafür sorgen, dass die Stromnetze ausgebaut werden, damit der Strom auch quer durch Deutschland fließen kann.

 Auch in seinem Alltag versucht er das zu machen, was er auch von den Leuten erwartet: „Ich wohne in einem gut gedämmten Haus, meine Frau kauft viele Bioprodukte, und in der Stadt fahre ich möglichst viel Fahrrad.“ Um die Erderwärmung zu stoppen, sollte jeder versuchen, 10 Prozent weniger Energie zu verbrauchen. Weitere Tipps des Ministers: Bei jeder 10. Autofahrt sollte man überprüfen, ob sie wirklich nötig ist, und es ist gut, eine halbe Stunde vorm Zu-Bett-Gehen die Heizung auszuschalten.

 Nach dem Interview durften wir noch kurz bei der Landtagssitzung zusehen und mit dem Paternoster fahren.

 Von Kristin Beisert, Milena Greve und Aileen Pooch, Klasse 8c, Hans-Brüggemann-Schule Bordesholm