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Schleswig-Holstein Schutz des Wolfes wird 2019 geprüft
Nachrichten Schleswig-Holstein Schutz des Wolfes wird 2019 geprüft
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08:00 10.11.2018
Von Alev Doğan
Foto: Der Umgang mit dem Wolf war auf der Umweltministerkonferenz in Bremen eines der Themenschwerpunkte.
Der Umgang mit dem Wolf war auf der Umweltministerkonferenz in Bremen eines der Themenschwerpunkte. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert
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Kiel

„Ein guter Tag für die Weidetierhalter“; bilanzierte Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) gestern zum Abschluss der Umweltministerkonferenz. Die Minister einigten sich auf eine Indikatorenliste zur „Entnahme von problematischen Wölfen“.

Als solche gelten Wölfe, die „wolfssichere“ Zäune überwinden können. Wird das mindestens zwei Mal nachgewiesen, kann daraus eine Prüfung des Abschusses abgeleitet werden.

Schutzstatus des Wolfs

Außerdem habe der Bund zugesagt, „eine überschlägige Abschätzung des günstigen Erhaltungszustandes vorzunehmen“ – "Das bedeutet, dass im nächsten Jahr geprüft wird, wie schützenswert der Wolf tatsächlich noch ist", sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Kiel.

Nabu kritisiert Schafhalter

Unterdessen fordert der Naturschutzverband Nabu, den Schadensausgleich an Schafhalter zu streichen, wenn sie Sicherungsmaßnahmen wie wolfssichere Zäune verweigern. Bei fast allen Wolfsübergriffen auf Schafherden seien die Herden unzureichend geschützt.

„Man gewinnt den Eindruck, dass einzelne Schäfer ihre Tiere opfern, um das Bild des bösen Wolfes in der öffentlichen Meinung bewusst zu manifestieren“, sagte Nabu-Landeschef Hermann Schultz. Landespolitiker sollten sich „nicht auf die üble Stimmungsmache einlassen“. Schultz: „Wer sich Schutzmaßnahmen verweigert oder Schafsrisse billigend in Kauf nimmt, muss den Anspruch verlieren!“

Christian Hiersemenzel 09.11.2018
Silke Rönnau 09.11.2018