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Schleswig-Holstein Zweifel an Niqab-Verbot der Uni Kiel
Nachrichten Schleswig-Holstein Zweifel an Niqab-Verbot der Uni Kiel
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14:26 01.03.2019
Nach Ansicht von Samiah El Samadoni, der Anti-Diskrimierungsbeauftragten des Landes Schleswig-Holstein, hat das Vollverschleierungsverbot in Lehrveranstaltungen an der Kieler Universität keine Rechtsgrundlage. Quelle: Boris Roessler/dpa/Symbolfoto
Kiel

"Rechtlich ist ein Verschleierungsverbot als Eingriff in die Religionsfreiheit nach Artikel 4 Grundgesetz tatsächlich nur durch oder aufgrund eines Gesetzes möglich." Beispielsweise enthalte das bayerische Hochschulgesetz eine solche Regelung, erläuterte El Samadoni.

Sie betonte außerdem, sie könne die Argumentation der Uni für das nach einem Einzelfall erlassene Verbot nicht nachvollziehen. Begründet wurde die Richtlinie mit der Einschränkung der für die Lehre erforderlichen offenen Kommunikation durch den Gesichtsschleier. Nach Ansicht des Uni-Präsidiums beruht diese nicht nur auf dem gesprochenen Wort, sondern auch auf Mimik und Gestik. Gerade in Vorlesungen sei die Kommunikation aber fast immer frontal und einseitig, sagte El Samadoni. Eine mündliche Leistung der Studierenden werde auch ­ anders als in der Schule ­ nicht benotet.

Fraglich sei auch, ob ein Einzelfall wie an der Kieler Uni Anlass für eine gesetzliche Regelung sein sollte oder ob nicht andere Lösungswege durch den Dialog gefunden werden könnten. Eine zum Islam konvertierte Studentin hatte in einer Lehrveranstaltung einen Niqab getragen, bei dem lediglich die Augen der Trägerin sichtbar bleiben. El Samadoni kritisierte, der Streit um ein Verbot biete eine öffentliche Plattform für unterschiedlichste Interessengruppen, denen es lediglich um eine Eskalation der Auseinandersetzung gehe.

Von dpa

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