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Schleswig-Holstein Verdi: Streiks im Nahverkehr ein Erfolg
Nachrichten Schleswig-Holstein Verdi: Streiks im Nahverkehr ein Erfolg
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12:30 29.01.2020
Die Gewerkschaft Verdi fordert rund zwei Euro mehr Lohn pro Stunde für ihre Mitglieder.  Quelle: Carsten Rehder
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Neumünster/Pinneberg

Die ausgeweiteten Warnstreiks im Busverkehr in Schleswig-Holstein haben nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Mittwoch zu deutlichen Beeinträchtigungen im Nahverkehr in den betroffenen Kreisen Pinneberg und Steinburg geführt. Außerdem sei in Neumünster am zweiten Tag des dreitägigen Warnstreiks im städtischen Busverkehr «nichts gefahren», sagte Karl-Heinz Pliete, Landesstreikleiter von Verdi.

In Neumünster demonstrierten nach seinen Angaben mehr als 100 Busfahrer und weitere Beschäftigte der Stadtwerke Neumünster Verkehr sowie Mitarbeiter privater Busunternehmen aus Pinneberg und Steinburg. Bereits Mitte Januar hatte Verdi den öffentlichen Busverkehr in Kiel, Neumünster, Lübeck und Flensburg mit einem ganztägigen Warnstreik lahmgelegt.

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Mitglieder folgen dem Streik-Aufruf

Der Aufruf zu ganztägigen Warnstreiks im privaten Busgewerbe in Pinneberg und Steinburg wurde laut Verdi am Mittwoch weitgehend befolgt. Betroffen waren in Uetersen und Elmshorn Busfahrer der Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg (KVIP), des Unternehmens Die Linie in Kellinghusen sowie in Itzehoe der Betriebe Vineta Busbetriebsgesellschaft und Graf Recke. Lediglich beim Unternehmen Holsten-Express in Itzehoe sei es nicht zum Warnstreik gekommen.

Verdi fordert mehr als zwei Euro extra pro Stunde - neue Streiks möglich

Die Gewerkschaft wollte mit dem Ausweiten der Warnstreiks den Druck auf die aus ihrer Sicht schleppenden Tarifverhandlungen im Busgewerbe erhöhen. Der Kommunale Arbeitgeberverband hat für dieses Jahr 1,8 Prozent mehr Geld angeboten und für nächstes Jahr 1,3 Prozent. Verdi verlangt 2,06 Euro mehr in der Stunde für 2020. Dies soll einheitlich für alle acht Tarifgruppen gelten.

Die Verhandlungen für den öffentlichen Busverkehr sollen am 7. Februar in Flensburg und für das private Busgewerbe am 11. Februar voraussichtlich in Hamburg fortgesetzt werden. Ob es bis dahin zu weiteren Warnstreiks kommt, ist offen. Verdi teilte nur mit, «wenn etwas passiert, kündigen wir es am Vortag an».

Von RND/dpa

Heike Stüben 29.01.2020
Steffen Müller 28.01.2020