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Schleswig-Holstein A20: Verein glaubt an positive Effekte
Nachrichten Schleswig-Holstein A20: Verein glaubt an positive Effekte
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18:32 18.10.2018
Von Anne Holbach
Der A20-Bau war östlich von Bad Segeberg aufgrund von Klagen gestoppt worden. Quelle: Sponholz, Gerrit
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Kiel

„Wenn schon früher mehr Personal da gewesen wäre, dann wären einige Fehler in der Vergangenheit vielleicht gar nicht passiert“, sagte der ehemalige Landtagspräsident Martin Kayenburg, Vizevorsitzender des Vereins. „Die Landesregierung ergreift jetzt die richtigen Maßnahmen, aber Politik ist eben manchmal nicht schnell genug.“

Studie als Argumentationshilfe

Dass der geplante A20-Tunnel unter der Elbe zwischen Glückstadt und Drochtersen für Wirtschaftswachstum in der Region sorgen wird, davon ist der Verein fest überzeugt. Um diese These zu untermauern, hat er beim Berliner Beratungsbüro PSP-Consult eine Studie über die ökonomischen Effekte einer festen Elbquerung in Auftrag gegeben. „Wir wollen der Politik eine Argumentationshilfe an die Hand geben“, sagte der Vereinsvorsitzende Rainer Bruns. Die Zahlen verdeutlichten die breite Unterstützung für das Projekt.

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Entlastung für den Verkehr erwartet

81 Vertreter aus Wirtschaft, Verbänden, Politik und Verwaltung aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen wurden angeschrieben, etwas mehr als die Hälfte hat geantwortet. Demnach halten 85 Prozent der Befragten die Elbquerung für ausschlaggebend, wenn es darum geht, neue Kunden und Absatzgebiete erschließen zu können. Auch um neue Lieferanten zu gewinnen, sei der Tunnel förderlich, sagen 73 Prozent. Die Mehrheit in der Region erhofft sich mehr Unternehmensansiedlungen, wenn die Verkehrsanbindung sich verbessert, und damit einen Zuwachs an Arbeitsplätzen.

Bessere Anbindung soll für Zuzug sorgen

Bislang ist dort die einzige Verkehrsverbindung über die Elbe die Autofähre zwischen Glückstadt und Wischhafen. Der A20-Tunnel verspricht Entlastung. Über 90 Prozent der Befragten bewerten ihn als relevant, wenn es um verkürzte Transport- und Lieferzeiten geht. Fast zwei Drittel glauben, dass sich damit der Dienstweg für Mitarbeiter verbessert. Weil mehr Jobs und kürzere Fahrtzeiten die Region attraktiver machten, rechnen 78 Prozent damit, dass mehr Menschen herziehen könnten.

Auf allen A20-Abschnitten gibt es Probleme und Verzögerungen.

Hoffen auf mehr Tagestouristen

Auch auf den Tourismus in den Kreisen Steinburg, Dithmarschen und Nordfriesland könnte sich der Tunnel der Studie zufolge positiv auswirken. Die Teilnehmer gehen davon aus, dass die Region Unterelbe besser als Ziel vermarktet werden könne. Zudem wird ein Anstieg der Besucherzahlen gerade bei Tagestouristen erwartet. „Die Chancen übersteigen die Risiken weitaus“, so Bruns.

So sei der einhellige Tenor, dass die feste Querung schnell kommen müsse. „85 Prozent der Befragten betrachten eine unverzügliche Maßnahme als sehr wichtig, 14,6 Prozent als wichtig“, so Corinna Hilbig von PSP-Consult.

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Heike Thode-Scheel 18.10.2018