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Schleswig-Holstein Jeder zweite Schüler ist unsicher beim Radfahren
Nachrichten Schleswig-Holstein Jeder zweite Schüler ist unsicher beim Radfahren
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09:00 21.08.2019
Von Bastian Modrow
Grundschüler in Schleswig-Holstein haben immer häufiger Probleme, den Fahrradführerschein zu absolvieren. Quelle: Karin Jordt
Kiel

Laut ADAC beherrscht gerade einmal jeder zweite Schüler die Grundfähigkeiten. Beim Fahrradführerschein der Landespolizei fallen von Jahr zu Jahr mehr Schüler durch.

Schleswig-Holstein: Radunfälle auf Zehn-Jahres-Hoch

Die Folgen sind dramatisch: Die Zahl der Radunfälle von Kindern ist so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Zuletzt musste die Landespolizei insgesamt 1310 Verkehrsunfälle aufnehmen, an denen Kinder beteiligt waren. 650 davon waren Radunfälle. 72 Prozent der Unfälle ereigneten sich in den Städten. „Gerade nach dem Wechsel von der Grund- auf die weiterführenden Schulen verunglücken Kinder mit dem Fahrrad im öffentlichen Straßenverkehr“, sagt Torge Stelck vom Landespolizeiamt. Das Erlernen der Verkehrsregeln und psychomotorischer Leistungen wie Gleichgewicht halten, Lenken und Bremsen sei von elementarer Bedeutung und steht im Fokus der Radfahrausbildung der Landespolizei für 25 000 Viertklässler.

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Viele fallen durch Fahrradprüfung

Dabei haben die Grundschüler zunehmend Probleme. „Sie sind motorisch nicht mehr so sattelfest wie noch vor einigen Jahren“, erklärt Frank Schlichting, Polizist aus Bad Segeberg. Immer häufiger müssen Kinder zwei, drei oder sogar mehr Anläufe zum Bestehen der Zweiradprüfung nehmen, bestätigt Elisabeth Pier von der Verkehrswacht. „Feinmotorik haben die Kinder heute nur noch im Daumen“, kritisiert sie.

Schuld sei das veränderte Freizeitverhalten: „Anstatt Sport zu treiben oder draußen auf Bäume zu klettern, sitzen Kinder an den Spielekonsolen, was sich negativ auf ihre Motorik auswirkt“, sagt Pier. Allerdings gebe es Unterschiede: „Kinder vom Land sind meist sicherer auf dem Rad als Stadtkinder, von denen viele nicht einmal mehr ein Zweirad haben.“

Einen Kommentar von Robert Michalla lesen Sie hier.

Minister: Eltern in der Pflicht

Juliane Spiegler, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, bestätigt, dass die körperliche Aktivität von Kindern häufig zu gering ist. Sie drängt auf eine Förderung des Vereinssports und „flächendeckende fahrrad- und fußgängerfreundliche Verkehrskonzepte“. Ulf Evert vom ADAC sieht die Eltern in der Pflicht, „mit ihren Kindern die Fahrradtauglichkeit zu trainieren.“

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Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) mahnt, die Verantwortung nicht auf Schule und Polizei abzuwälzen: „Radfahrer haben keine Knautschzone, Väter und Mütter sollten größtes Interesse haben, ihren Nachwuchs sicher auf die Sättel zu kriegen.“

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