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Schleswig-Holstein Verspätungen nicht in Ordnung
Nachrichten Schleswig-Holstein Verspätungen nicht in Ordnung
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20:13 25.07.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
Verkehrsminister Bernd Buchholz will Verbesserungen auf Bahnstrecke Kiel - Hamburg. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Im ersten Halbjahr fuhren auf der Strecke Kiel-Hamburg nur 85 Prozent der Regionalbahnen nach Fahrplan. Vertraglich zugesichert hatte die Regionalbahn eine Pünktlichkeit von 93 Prozent. Strafzahlungen wie bei der Marschbahn 2018 lehnte der Buchholz allerdings ab. Begründung: Die Verspätungen auf der Sylt-Strecke – teils war jeder dritte Zug unpünktlich – hätten „auf ganz anderem Niveau“ gelegen.

„Wir sind aber an dem Problem dran“, sagte Buchholz nach dem Gespräch mit der DB-Konzern-Bevollmächtigten Manuela Herbort und DB-Netz-Vorstand Volker Hentschel. Thema seien Mängel bei der Bahn-Infastruktur in Schleswig-Holstein gewesen, darunter Schwachstellen  auf der Strecke zwischen Kiel und Pinneberg. Hentschel nickte, Buchholz legte nach. Beim nächsten Gespräch mit der Spitze der DB Regio werde die Kiel-Strecke ebenfalls Thema sein.

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Ausbau des Bahnhofs Elmshorn

Buchholz teilte zudem mit, dass er bis zum Jahresende mit einem Planungsauftrag des Bundes für den Bau eines vierten Bahnsteigs in Elmshorn rechnet. Der überlastete Bahnhof gilt als Engpass auf der Hauptstrecke von Flensburg und Kiel nach Hamburg.

Eurocitys halten in Rendsburg oder Schleswig

Herbort kündigte an, dass die DB Eurocity-Züge ab Dezember in Rendsburg oder Schleswig halten lassen will. Hintergrund: Die Fernzüge zwischen Hamburg und Kopenhagen sollen ab Dezember wegen Bauvorarbeiten an der Fehmarnbeltquerung auf die Jütland-Route ausweichen. Ein Halt in Schleswig-Holstein sei vorgesehen, sagte Herbort. Ein Stopp in Flensburg würde aber zu viel Zeit kosten. Im Rennen seien Rendsburg und Schleswig. Buchholz stellte klar, dass er keinen Einfluss auf die Entscheidung habe. 

Modernisierung der Marschbahn läuft

Äußerst positiv äußerten sich Buchholz und Hentschel über den Baufortschritt auf der Sylt-Strecke, die von der DB für 160 Millionen Euro bis 2022 modernisiert wird. Das sei nicht ohne Einschränkungen für Bahnkunden möglich, sagte Buchholz. Ab November soll die Strecke ab Niebüll an vielen Wochentagen (vier mal 80 Stunden) für Fern-und Autozüge gesperrt werden. Autos und LKWs können dann nur mit einer Fähre auf die Insel übersetzen. Die Nahverkehrszüge sollen fahren. Im Hauptbaujahr 2020 dürfte es für Sylt-Besucher und Pendler noch größere Einschränkungen geben. Dann will die DB die Arbeiten nur in den Ferienzeiten unterbrechen.

Zugausfälle wegen Sommerwetter

Die jüngsten Probleme auf der Strecke, von Zugausfällen bis zu defekten Klimaanlagen, erklärte Hentschel mit dem heißen Sommer. Das Problem gebe es bundesweit. „Bei Temperaturen über 30 Grad versagt leider manchmal die Technik.“ 

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