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Schleswig-Holstein Einbruch in Doppelhaus war vorgetäuscht
Nachrichten Schleswig-Holstein Einbruch in Doppelhaus war vorgetäuscht
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20:53 09.08.2019
Von Thomas Geyer
Einbruch selbstgemacht: Dafür muss der Angeklagte eine Geldstrafe bezahlen.  Quelle: pixabay
Kiel

Die Polizei schöpfte schnell Verdacht, als sie nach Mitternacht zum Tatort eilte, um den vom Angeklagten per Notruf gemeldeten Einbruch aufzunehmen. Ein Spurenexperte stellte mit wenigen Blicken fest, dass die amateurhaften Hebelversuche mit einem Schraubenzieher an der Hintertür kein Eindringen in das angeblich gut verschlossene Haus ermöglicht haben konnten.

Diebesgut-Summe entsprach Höhe der Schulden

Dazu kam, dass der arbeitslose Schlosser (38) erst wenige Tage zuvor eine Hausratsversicherung abgeschlossen hatte. Nach seiner umfangreichen Stehlgutliste fehlten im Haus Goldschmuck, Bargeld und Werkzeug im Gesamtwert von rund 17500 Euro. Die Schadensumme, die er mit untauglichen Quittungen zu belegen versuchte, entspricht etwa der Höhe seiner Schulden. Als Alibizeugen für die Tatzeit benannte der Hartz-IV-Empfänger zwei Freunde, mit denen er den Abend in Lütjenburg verbracht haben will.

Eine kriminaltechnische Überprüfung seiner Smartphone-Kontakte ergab jedoch, dass er in Tatortnähe mit seiner Lebensgefährtin telefoniert hatte. „Das spricht dafür, dass Sie zu Hause waren“, erklärte der Richter.

Das Chaos war selbst inszensiert

Nach Aussage des Angeklagten stand die Hintertür seines Hauses offen, als er gegen Mitternacht zurückkehrte. Im hell erleuchteten Wohnzimmer habe er die offenen Schränke und Schubladen gesehen. Der Inhalt lag weit verstreut auf dem Boden herum – ein Chaos, das der Angeklagte laut Urteil selbst anrichtete. Die Versicherung verweigerte die Zahlung.

Vor dem Amtsgericht Plön trat der Angeklagte ohne Verteidiger auf. Ein Anwalt hätte wohl zu einem strafmildernden Geständnis geraten. Angesichts der Beweislage empfahl ihm der Richter eindringlich, seine Story zu überdenken – vergeblich. „Es hat schlicht keinen Einbruch gegeben“, begründete er das Urteil, gegen das der Angeklagte innerhalb einer Woche Rechtsmittel einlegen kann.

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