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Schleswig-Holstein Grundwasser ist in Gefahr
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10:00 13.01.2017
Von Heike Stüben
 Bisher wird Trinkwasser in Schleswig-Holstein zu 100 Prozent aus dem Grundwasser gewonnen. Quelle: Jochen Eckel/dpa
Reinbek/Kiel

Er fordert dringend mehr Wasserschutzgebiete. Man stehe vor der Grundsatzentscheidung: Soll Trinkwasser weiter ein Naturprodukt sein oder akzeptieren wir ein technisch erzeugtes Lebensmittel?

 Bisher wird Trinkwasser in Schleswig-Holstein zu 100 Prozent aus dem Grundwasser gewonnen. Doch der Aufwand wird für immer mehr Wasserversorger immer größer. „Die Einträge, die vom Menschen verursacht werden, gehen landesweit nach oben. Das gilt zum Beispiel für Phosphat, Sulfat, Eisen. Ursache ist die Landwirtschaft, aber auch unser Lebensstil“, sagt Austen. Bereits 2014 wurden in 22 der 55 Grundwasserkörper mehr als 50 Milligramm Nitrat pro Liter gemessen. Nach der Wasserrahmenrichtlinie sind sie damit in einem schlechten Zustand – Folge von Überdüngung mit Gülle und Gärresten aus Biogasanlagen.

 In Wasserschutzgebiete ist das Grundwasser leichter vor Einträgen zu schützen. Das zeigen die Messreihen der Wasserversorger. „Die Landwirte erhalten eine Beratung zur Optimierung und für Ertragseinbußen einen Ausgleich. Darüber kann der Aufwärtstrend bei den Einträgen gestoppt werden, über längere Zeit können die Werte oft wieder gesenkt werden“, heißt es beim Verband.

 Dort verweist man auf den Gesamtplan Grundwasserschutz des Landes aus dem Jahr 1998. Schon damals wurde ein Bedarf für 81 weitere Wasserschutzgebiete festgestellt. Seither wurden davon aber nur 22 ausgewiesen, die letzten im Jahr 2010. Insgesamt gibt es damit 37 Wasserschutzgebiete. Zu wenig, mahnt Roman Kaak, Geschäftsführer des Verbands der Energie- und Wasserwirtschaft: „Die Ausweisung muss deutlich beschleunigt werden. Eine Verfahrensdauer von sechs bis sieben Jahren ist in der aktuellen Belastungssituation nicht hinnehmbar.“

 Die Belastung des Grundwassers sei „eine bekannte Tatsache und seit Jahren ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt des Umweltministeriums“, erklärte die Sprecherin von Umweltminister Robert Habeck dazu. Sie räumte ein, dass sich die Nitratgehalte seit Jahren auf „dem gleichen, zum Teil hohen Niveau bewegen und nicht absinken“. Nicht nachvollziehbar sei allerdings die Aussage, wonach die Belastung in einem alarmierenden Ausmaß zugenommen habe. Die Sprecherin verwies auf das komplexe Verfahren bei der Ausweisung neuer Wasserschutzgebiete. Diesen Prozess würden aber nicht alle Versorger „konstruktuv begleiten“.

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