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Schleswig-Holstein Der Eierhandel bleibt undurchsichtig
Nachrichten Schleswig-Holstein Der Eierhandel bleibt undurchsichtig
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07:00 20.02.2017
Von Heike Stüben
Eigentlich scharren und picken sie im Freien. Doch wegen der Vogelgrippe gilt landesweit eine Stallpflicht für Hühner. Deshalb dürfen die Eier jetzt nicht mehr als Freilandeier vermarktet werden. Trotzdem findet man noch genügend im Laden. Quelle: dpa
Kiel

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein fordert jetzt eine klare Kennzeichnung von Eiern.

 Seit fast vier Monaten müssen Hühner in Schleswig-Holstein in Ställen gehalten werden – auch jene, die sonst draußen picken, scharren, laufen durften. Ihre Eier durften drei Monate lang weiter als Freilandeier und damit zu einem höheren Preis verkauft werden. Doch diese Frist ist kürzlich abgelaufen. Seither dürfen die Eier nur noch als Produkte aus Bodenhaltung vermarktet werden. Trotzdem finden Bürger hier und da Freilandeier in den Regalen. Wie kann das sein?

 Die häufigste Erklärung: Die Eier stammen aus dem Ausland oder aus Bundesländern, die anders mit der Stallpflicht umgehen. Beispiel Niedersachsen: Dort hat man einen Trick angewendet. Als die zwölf Wochen abgelaufen waren, hat man die Stallpflicht für einen Tag ausgesetzt. Danach fing die Zwölf-Wochen-Frist von neuem an und – simsalabim – dürfen weiter Eier als Freilandeier verkauft werden.

 Schleswig-Holstein hat stattdessen vom Bundeslandwirtschaftsminister eine bundeseinheitliche Regelung gefordert. Weil es die nicht gibt, bietet die Landesregierung den Freilandhaltern nun bis zu 15000 Euro als Ausgleich für die Einbußen an. Doch das bringt den Verbrauchern keinen Durchblick auf dem Eiermarkt. Die müssen schon ganz genau hinschauen. Mit Glück findet man dann einen Eierkarton mit einem Aufkleber, der klarmacht: Die Hennen werden normalerweise im Freiland gehalten, müssen zurzeit wegen der Stallpflicht aber drinnen leben.

Mehr Eier aus dem Ausland

 Gudrun Köster von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein hält diese Aufkleber für eine gute Lösung. „Wer auf eine artgerechte Tierhaltung Wert legt, trifft mit diesen Eiern nach wie vor eine gute Wahl, denn die Hennen dürfen nach Ende der Stallpflicht wieder ins Freiland. Wenn Verbraucher diesen Lieferanten treu bleiben, unterstützen sie die Freilandhaltung auch für die Zukunft.“

 Fehlt solch einer Aufkleber, sollte der Verbraucher genau auf die Herkunft der Eier achten. „Wir rechnen damit, dass jetzt mehr Freilandeier aus dem Ausland in den Handel kommen“, sagt Gudrun Köster, „und diese Transporte bedeuten immer eine zusätzliche Belastung für Umwelt und Klima.“

 Die Hennen aus Biohaltung müssen in Schleswig-Holstein zwar auch in Ställen leben, ihre Eier dürfen aber weiter dauerhaft als Bio-Eier verkauft werden. Denn, so lautet die Begründung, Bio bedeutet mehr, als draußen frei umherlaufen zu können. Es müssen zudem besondere Bestimmungen für Futter, Arzneimittel und Haltungsbedingungen eingehalten werden. Und diese Kriterien erfüllen die Bioeier – Stallpflicht hin oder her – weiter. Dennoch sieht man diese Ausnahme bei der Verbraucherzentrale kritisch. Köster sagt: „Grundsätzlich sollten Verbraucher erkennen können, welche Freilandeier oder Bio-Eier von der Stallpflicht betroffen sind.“

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