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Schleswig-Holstein Volksepidemie Diabetes: Jeder 14. Schleswig-Holsteiner erkrankt
Nachrichten Schleswig-Holstein Volksepidemie Diabetes: Jeder 14. Schleswig-Holsteiner erkrankt
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13:46 06.11.2019
Von Heike Stüben
Ein Blutzuckertest ist schnell gemacht: Trotzdem wird Diabetes oft erst spät entdeckt. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert
Kiel

In Kiel leiden demnach 6,1 Prozent der Bevölkerung an Diabetes mellitus (Typ 2). Das ist der niedrigste Wert im Land. In Neumünster ist es 8,3 Prozent die höchste Rate. Warum das so ist, konnte nicht geklärt werden. "Es gibt nicht die einzige Ursache, sondern ein Zusammenspiel unterschiedlicher", erklärte der AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann bei der Vorstellung der Ergebnisse am Mittwoch in Kiel.

Dazu zählen Übergewicht, eine fett- und zuckerreiche Ernährung, wenig Bewegung, genetische Disposition, aber auch Stress, Schlafmangel, Rauchen und Alkohol. Die sozialen Lebensverhältnisse wie Einkommen, Bildung, Arbeitslosigkeit spielten aber eine Rolle - das würde man in Nordrhein-Westfalen deutlicher sehen als in Schleswig-Holstein.

Diabetes: Risiko für Amputationen und Erblindung

Diabetes schränkt die Lebensqualität ein. Vor allem wächst damit das Risiko erheblich, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, Nieren- und Nervenschädigungen und Augenerkrankungen zu erleiden. Im schlimmsten Fall könne dies Amputationen und Erblindung bedeuten, betonte Ackermann

Dabei trifft Diabetes - oft als Altersdiabetes bezeichnet - inzwischen auch viele Menschen, die noch berufstätig sind. Ab Anfang 50 steigt die Zahl in Schleswig-Holstein stark an. Männer sind deutlich häufiger als Frauen betroffen.

Risikofaktor Fettleibigkeit

Die Studie zeigt, dass Adipositas, also Fettleibigkeit, ein bedeutender Risikofaktor für Diabetes ist: Wo es hohe Raten an Adipositas gibt, sind auch mehr Menschen an Diabetes erkrankt. "Diabetes ist eine chronische Erkrankung. Aber 50 Prozent der Fälle könnten durch Prävention vermieden werden", sagte Ackermann.

Notwendig sei es, die notwendigen Informationen den Menschen zugänglich und verständlich zu machen. Wichtig sei auch, dass ein hoher Blutzuckerspiegel und Bluthochdruck frühzeitig erkannt und behandelt werden. Einen positiven Effekt erwartet er auch von der Einführung der Lebensmittel-Ampel.

Veränderung lohnt sich für Diabetiker

Auch wenn jemand an Diabetes erkrankt sei, lohne sich eine Lebensstil-Änderung. Damit könnten Erkrankte wieder von der oralen Therapie, meist Tabletten, wegkommen. Und wer schon Insulin spritzen muss, kann dann oft wieder auf Tabletten umstellen.   

Seit Oktober können Diabetiker, die bei der AOK versichert sind, dabei eine neue Art der Unterstützung bekommen: Sechs Monate lang erhalten sie neben der ärztlichen Behandlung von der AOK Beratung zur Ernährung und Gewichtsabnahme und werden über eine Medizin-App begleitet.  

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