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Schleswig-Holstein Bamf zahlt VHS-Sprachkurse viel zu spät
Nachrichten Schleswig-Holstein Bamf zahlt VHS-Sprachkurse viel zu spät
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10:00 28.12.2018
Von Bastian Modrow
Die Volkshochschulen in Schleswig-Holstein bieten (wie hier in Kiel) Sprachkurse für Flüchtlinge im Auftrag des Bamf an. Häufig müssen sie mehrere Monate warten, bis der Bund die Rechnungen bezahlt. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Der Geschäftsführer der VHS Bad Segeberg, Michael Kölln, beziffert die Außenstände des Bamf mit 250000 Euro für nicht bezahlte Flüchtlingskurse. Frage er beim Bundesamt nach, heiße es immer wieder, dass Rechnungen nicht angekommen seien. „Selbst Briefe, die wir per Einschreiben und Rückschein beim Bamf einreichten, lagen angeblich nicht vor“, klagt Kölln und beteuert, alles versucht zu haben. Vergeblich: „Die Rechnungen werden über ein halbes Jahr nicht beglichen“, so der VHS-Chef. 

Auch in Kiel wartet die VHS auf viel Geld

Die Volkshochschule Bad Segeberg ist kein Einzelfall: Auch die Förde-VHS in Kiel muss auf die Bezahlung von Flüchtlingskursen warten. „Kurz vor Weihnachten hatten wir offene Posten vom Bundesamt in Höhe von 380000 Euro“, sagt die Leiterin Helga Jones.

Verbandsdirektor spricht von landesweitem Problem

Drei bis vier Monate muss die Volkshochschule Rendsburg zurzeit auf Tilgung warten. Dass ein halbes Jahr vergeht, bevor das Bamf offene Posten begleiche, sei zuvor über zwei Jahre kein Sonder-, sondern Regelfall gewesen, sagt Leiter Rainer NordmannKarsten Schneider, Verbandsdirektor der Volkshochschulen in Schleswig-Holstein, spricht von einem landesweiten Problem. Ihm fehlt jedwedes Verständnis.

Bamf: Kritik "nicht nachvollziehbar"

Das Bamf äußert sich auf Nachfrage unserer Redaktion nicht zu den Vorwürfen der Volkshochschulen. Lediglich zum Fall Bad Segeberg teilt eine Sprecherin mit, dass die Kritik „nicht nachvollziehbar“ sei. Alle Abrechnungen seien zeitnah vom Bundesamt beglichen worden. Kölln weist diese Aussage als falsch zurück.