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Schleswig-Holstein Prozess wegen Krach im Reihenhaus
Nachrichten Schleswig-Holstein Prozess wegen Krach im Reihenhaus
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21:50 22.05.2019
Von Thomas Geyer
Das Landgericht Kiel stellt das Strafverfahren gegen den Angeklagten jetzt ein. Quelle: Carsten Rehder
Kiel

„Macht die Scheißmusik leiser!“ Der Aufschrei von Ruhebedürftigen dürfte auch in Schleswig-Holstein zu den häufigsten Alltagskonflikten in Familie und Nachbarschaft gehören. Doch nur selten löst eine nächtliche Lärmbelästigung eine Prozessserie aus, wie sie gestern auch das Landgericht Kiel erfasste. Hier verhandelte eine Berufungskammer den Streit zwischen Reihenhausbesitzern im Kreis Segeberg.

Es ist bereits die zweite Runde im Clinch zwischen unbescholtenen Bürgern, die nicht zur Stammkundschaft der Strafjustiz zählen: Alle Beteiligten haben Haus und Familie, gehen soliden Berufen nach und verdienen gutes Geld. Vorbestraft ist hier niemand. Doch im März 2018 ließ sich ein 61-jähriger Anwohner nach stundenlanger Feierbeschallung zu jenem Fäkal-Schrei hinreißen, zu dem er sich auch vor Gericht bekennt.

Krach im Reihenhaus im Kreis Segeberg

Was dann folgte, bleibt juristisch ungeklärt. Laut Anklage ließ der mitternächtliche Ruf einen Nachbarn ausrasten. Der Mittvierziger polterte gegen die Haustür des Spaßverderbers, schubste dessen Ehefrau gegen einen Türrahmen und trat ihr – möglicherweise versehentlich – das Knie in den Unterleib, so der Vorwurf. Die damals gehbehinderte 57-Jährige klagte über Schmerzen im Schambereich und eine Rötung am Schlüsselbein.

Die Frau erstattete Strafanzeige, legte der Polizei Fotos ihrer mutmaßlichen Verletzungen und ein ärztliches Attest vor. Im Prozess berichtet sie, der spürbar alkoholisierte Eindringling wollte unbedingt zu ihrem Mann: „Er hat kundgetan, dass er dem alten Sack in die Schnauze hauen wollte.“ Er habe versucht, sie zur Seite zu drücken. „Aber ich habe standgehalten.“

Verwarnung wegen fahrlässiger Körperverletzung

Der ihr körperlich weit überlegene Angeklagte bestreitet jeglichen Übergriff auf die Zeugin und beteuert: „Ich habe sie nicht einmal berührt.“ In erster Instanz hatte ihn das Amtsgericht im November wegen fahrlässiger Körperverletzung verwarnt und sich die Verhängung einer Geldstrafe von 600 Euro vorbehalten.

Trotz des milden Urteils legte der Angeklagte Berufung ein: „Ich wollte nur schlichten und habe nichts getan.“ Parallel fordert die Nachbarin von ihm 1000 Euro Schmerzensgeld in einem Zivilverfahren. Die Chance, dass sie das Geld bekommt, ist gestern gesunken. Denn die Berufungskammer hat das Strafverfahren gegen den 46-Jährigen ohne Auflagen eingestellt.

Widersprüchliche Angaben

Hintergrund sind widersprüchliche Angaben des Ehepaares. So hatte die Frau damals der Polizei erklärt, es habe schon früher Ärger mit dem Nachbarn gegeben. Gestern bezeichnete sie das Verhältnis dagegen als neutral. Und der Ehemann hatte seine Reaktion auf die Lärmbelästigung früher auch etwas anders geschildert. Das Gericht sah keinen weiteren Ermittlungsbedarf, schickte nach der Vernehmung einer Polizeibeamtin drei weitere Zeugen nach Hause und schloss die Akte ohne Urteil.

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