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Schleswig-Holstein Polizei lädt Reiterstaffel wieder aus
Nachrichten Schleswig-Holstein Polizei lädt Reiterstaffel wieder aus
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11:09 05.04.2019
Von Bastian Modrow
In sieben Bundesländern sind Polizeipferde im Einsatz, darunter Hamburg und Niedersachsen. Mit 200 Tieren sind die meisten in Bayern im Einsatz. Quelle: DPA
Kiel

Seit Wochen laufen im Einsatzstab der Polizeidirektion Kiel die Vorbereitungen für das Fußballspiel Holstein Kiel gegen den FC St. Pauli. Die gepflegte Feindschaft vieler Anhänger beider Clubs hat die Verantwortlichen der Polizei veranlasst, nicht nur Einsatzkräfte aus dem ganzen Land zusammenzutrommeln: Auch aus Hamburg rücken am Sonnabend Polizisten an und diese sollten eigentlich auch gleich ihre Reiterstaffel mitbringen. Kiels Polizeisprecher Oliver Pohl bestätigt: „Ja, wir hatten sie angefordert – und ja, wir haben der Reiterstaffel jetzt wieder abgesagt.“ Zu den Gründen will er sich aber nicht äußern.

Nach Informationen von KN-online ist die Ausladung der berittenen Polizei keine freiwillige Entscheidung der Kieler Einsatzplaner gewesen: Das Landespolizeiamt soll – so berichten mehrere Beamte – die Absage angeordnet haben. Begründung: Die Hamburger Reiterstaffel könnte „Begehrlichkeiten wecken“, auch hierzulande wieder eine Pferdetruppe einzurichten.

Eine Argumentation, über die bei der Kieler Polizei viele „nur mit dem Kopf schütteln“, verlautet es aus Behördenkreisen. Jürgen Börner vom Landespolizeiamt bittet auf Nachfrage um Verständnis, dass „zu taktischen Notwendigkeiten eines Einsatz aus einsatztaktischen Gründen keine Aussage“ getroffen werde.

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Ehemaliger Polizeireiter erinnert sich

Taktik hin oder her: „Pferde bei der Polizei sind im Reiterland Schleswig-Holstein unerlässlich“, sagt Klaus Dibbern. Der 65-Jährige war bis 1995 Mitglied der Reiterstaffel der Landespolizei. Der Abschied schmerze ihn bis heute. Und verstehen kann er den Schritt der damaligen SPD-Regierung von Heide Simonis bis heute nicht. „Pferde haben bei Demonstrationen und Umzügen so viele Vorteile, sind beweglich, schnell und verschaffen Respekt“, zählt der pensionierte Polizist auf. 18 Jahre lang war Dibbern bei der Reiterstaffel, bildete zuletzt Ross und Reiter aus.

"Pferde sind ein Imagegewinn"

„Politik und Polizeiführung müssten unbedingt wieder über die Wiedereinführung einer eigenen Staffel nachdenken“, befindet auch Thomas Nommensen von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). Nicht nur der „einsatztaktische Wert“ sei erheblich: „Eine Polizei-Reiterstaffel ist auch ein ausgezeichnetes Aushängeschild zur Repräsentation und Imagesteigerung der Landespolizei“, sagt der DPolG-Mann. Sollte die Hamburger Einheit tatsächlich ausgeladen worden sein, um eine gesellschaftliche Diskussion zu verhindern, sei das „töricht“.

Auch für Torsten Jäger, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), spricht vieles für eine berittene Polizei: „Priorität hat für uns aber zurzeit die Bildung einer 2. Einsatzhundertschaft und eine Verbesserung der Gebäudesituation“, so der GdP-Chef.

SPD und FDP wollen Kooperation prüfen

Während CDU und Grüne aus finanziellen und tierschutzrechtlichen Gründen ein Revival der Pferdepolizei ausschließen, sollte die Landespolitik nach Willen der SPD prüfen, ob man nicht trotz berechtigter Skepsis mit Hamburg eine gemeinsame Reiterstaffel einrichten könne. „Imposant, Respekt verschaffend weniger martialisch als ein Wasserwerfer, flexibel einsetzbar und auf kurze Distanzen gut und wendig zu bewegen“, führt Kathrin Wagner-Bockey (SPD) die Vorzüge auf. Und auch Christopher Vogt (FDP) ist nicht abgeneigt: „Ich halte eine enge norddeutsche Kooperation bei der Reiterstaffel für den sinnvollsten Weg.“

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