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Schleswig-Holstein Rätselhafter Knall am Himmel über Kiel
Nachrichten Schleswig-Holstein Rätselhafter Knall am Himmel über Kiel
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19:03 12.09.2019
Von Frank Behling
Die Aufnahme des Satelliten Sentinel 2 zeigt das Umland um Kiel. Quelle: Copernicus Sentinel/ESA/dpa (Archiv)
Kiel

Die Meldungen von KN-Lesern reichen von Eckernförde bis in den Kreis Plön. Neben dem dumpfen Knall war es vor allem die leichte Druckwelle, die viele Leser beunruhigte. Da weder Feuerwehr noch Polizei ein Explosionsunglück gemeldet bekamen, gab es schnell Entwarnung.

Lauter Knall: ESA klärt auf

Die Aufklärung kam am späten Nachmittag von der Europäischen Weltraumorganisation via Twitter. Demnach hatten innerhalb kurzer Zeit mehr als einhundert Menschen auf der interaktiven Meldeplattform der International Meteor Organisation ihre Wahrnehmungen eingegeben. Laut ESA war es ein natürliches Objekt, dass in die Erdatmosphäre eintrat und danach am Himmel verglühte. Es könnte sich um einen Meteoriten oder Asteroiden handeln. Genauere Angaben sind erst möglich, wenn man Überreste gefunden hat. 

Die Positionen der Sichtungen reichte von Nexö auf Bornholm im Osten und ging bis Sheerness an der Themsemündung im Westen. Der größte Teil der Hinweise kam aus dem Benelux-Bereich. Auch bei der Kieler Polizei gab es Hinweise.

Zunächst: Flugzeugmanöver über der Ostsee als Ursache?

"Es gab auch eine Meldung aus Owschlag", so die Auskunft der Polizei. Zunächst war der mit dem militärischen Flugbetrieb in Verbindung gebracht worden. Seit Montag gibt es starke Aktivitäten über Schleswig-Holstein

Sperrgebiet für Schießübungen in Hohwachter Bucht

Der Seeraum in der Kieler Bucht und der Hohwachter Bucht ist außerdem gegenwärtig Schauplatz des Seemanövers "Northern Coast 2019". An diesem Großmanöver sind neben 47 Schiffen und Booten auch fünf Flugzeuge beteiligt. In der Hohwachter Bucht ist aktuell auch ein Sperrgebiet für Schießübungen eingerichtet. Nähere Erkenntnisse zum Betrieb liegen aber noch nicht vor.

Bei der Deutschen Flugsicherung sind auch keine außergewöhnlichen Vorfälle zu dem Phänomen gemeldet worden. "Wenn es ein Überschallflug war, dann wurde er gemäß der Vorgaben durchgeführt. So etwas erfolgt aber regelmäßig", so eine Sprecherin der Flugsicherung aus dem hessischen Langen. "Das Problem ist, dass wir Meteoriten auf unseren Radargeräten nicht sehen können", so die Sprecherin weiter. 

2013 explodierte ein Meteorit über Russland

Später ploppte dann aber auch die Möglichkeit auf, dass ein Meteor beim Eintreten in die Erdatmosphäre den Knall erzeugt hat. Erste Meteoriten-Meldungen tauchten zusammen mit Beschreibungen eines Feuerballs im Netz auf.

2013 löste die Explosion eines Meteoriten in der oberen Atmosphäre in Russland eine so gewaltige Druckwelle aus, dass 3000 Gebäude beschädigt wurden. Hunderte Menschen wurden verletzt.

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