Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Was sich mit der Kita-Reform ändert
Nachrichten Schleswig-Holstein Was sich mit der Kita-Reform ändert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:28 27.09.2019
Mit der Kita-Reform gibt es einige Neuerungen in Schleswig-Holstein. Quelle: Daniel Naupold/dpa
Anzeige
Kiel

Die am Freitag im Landtag diskutierte geplante Kita-Reform beinhaltet viele Änderungen. Hier eine Auswahl:

Elternbeiträge: Eine Deckelung sieht maximal 141 Euro pro Monat für eine fünfstündige Betreuung von drei- bis sechsjährigen Kindern vor. Bei den jüngeren Kindern sind es 180 Euro. Eine achtstündige Betreuung soll künftig nicht mehr als 226 beziehungsweise 288 Euro kosten. Das bisherige Krippengeld von 100 Euro fällt weg.

Anzeige

Tagespflege: Bisher gab es dafür keine landesweit einheitliche Regelung. Der Beitragsdeckel gilt künftig auch hier.

Sozialstaffel: Bisher werden Familien mit niedrigem Einkommen in Kreisen und kreisfreien Städten unterschiedlich entlastet, nach schwer nachvollziehbaren Kriterien. Künftig gibt es eine einheitliche Sozialstaffel.

Geschwisterermäßigung: Besuchen mehrere Kinder gleichzeitig eine Kita oder Tagespflege, müssen Eltern für das zweitälteste Kind nur die Hälfte des Beitrags bezahlen. Jüngere Kinder sind beitragsfrei.

Wahlrecht: Soweit Plätze vorhanden sind, können Eltern ihre Kinder in einer Kita außerhalb ihrer Wohngemeinde anmelden, ohne sich deswegen erklären zu müssen. Bisher konnten Kommunen Kinder aus Einrichtungen ausschließen, wenn die Familie über die Stadtgrenze hinaus ins Umland zieht. Das wird verboten.

Schließzeiten: Bisher gibt es keine Regelung. Künftig werden sie auf 20 Tage im Kalenderjahr begrenzt, Heiligabend und Silvester kommen dazu. Kleine Kitas mit maximal drei Gruppen können in Ausnahmefällen bis zu 30 Tage im Jahr schließen.

Betreuungsqualität: Bei den über Dreijährigen kümmern sich künftig rechnerisch 2,0 Fachkräfte um eine Gruppe, bisher: 1,5. Gruppen dürfen bisher im Ausnahmefall auf 25 Kinder vergrößert werden, künftig nur bis auf 22. Regelgröße ist 20.

Finanzierung: Sie ist bisher hoch kompliziert und soll vereinfacht werden. Sie erhält laut Landesregierung erstmals eine nachhaltige Struktur, mehr Transparenz und ein höheres Maß an Verlässlichkeit. Eingeführt wird ein anteiliger Landesbeitrag, der auch an die Entwicklung von Platzzahlen und Betreuungszeiten gekoppelt ist. Das Land übernimmt auch alle Dynamisierungskosten, die aus der Beitragsdeckelung resultieren. Der kommunale Anteil soll nicht weiter steigen. Die Förderung pro Kind steigt von durchschnittlich 2000 Euro (2017) bis 2022 auf 4400 Euro im Jahr 2022.

Lesen Sie auch: Landtag bringt Reform zu Kita-Gebühren auf den Weg

Von RND/dpa

KN-online (Kieler Nachrichten) 27.09.2019