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Schleswig-Holstein Sieben Pastoren teilen Ihre Weihnachtsbotschaft
Nachrichten Schleswig-Holstein

Weihnachten in Schleswig-Holstein: Sieben Pastoren teilen ihre Weihnachtsbotschaft

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10:28 24.12.2020
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Sieben Pastoren aus der Region haben ihre Weihnachtsbotschaft mit uns geteilt. Quelle: Bild:Anja Jenkel-Hald
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Neumünster

Pastorin Annbritt Menck,

Kirchengemeinde Wasbek

Weihnachten 2020 heißt für mich: den Heiligen Abend aus der Hand geben. Was mir eigentlich immer gut täte, ist heute dran: Die Erwartungen – auch an mich selbst – zum Schweigen bringen. Es wird auch ohne mich Weihnachten. Vielleicht schaffe ich es, meine Sinne offenzuhalten für Gottes Spuren in dieser Corona-Weihnachtswelt. Ich hoffe zwar auf das: „Fürchtet euch nicht“ und die große Freude. Vielleicht singen die Engel aber auch mal etwas anderes: „Habt keine Angst. Ihr schafft das. Gott ist ja da!“ Wir werden hören.

Pastor Frank Boysen,

Kirchengemeinde Gettorf

Im Stall die Eltern mit dem Kind – Schicksalsgemeinschaft, ganz intensiv. Dahinein dann die Hirten. Ochse und Esel sind auch noch da. Was für ein Gedränge! Alles ist beengt, unhygienisch, es riecht auch. Und die Szenerie ist allenfalls spärlich beleuchtet. In der Mitte ein neugeborenes Kind – wie weit das von unserem Leben entfernt ist, gerade jetzt. Und gleichzeitig spüren wir: Gemeinschaft ist der Kern, der Kern unserer Familien, der Kern unseres Lebens. Weihnachten meint doch wohl: Gott wird Mensch – damit wir menschlich werden. Um unter den aktuellen Umständen menschlich zu bleiben, müssen wir uns wirklich etwas einfallen lassen: neue Ideen entwickeln, Mut aufbringen, kreativ sein. Das braucht Witz, Humor und ganz viel Liebe. Gott schenkt uns seine Nähe. Nähe ist Liebe. Es gibt nichts Kreativeres als die Liebe.

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Propst Kurt Riecke,

Kirchenkreis Altholstein

Unverfügbarkeit – dieses Wort verbinde ich in diesem Jahr mit Weihnachten. Seit März wissen wir nicht, was die nächsten Wochen jeweils bringen. Ähnlich ging es Maria und Josef. Sie wussten nicht, wo sie schlafen konnten. Wann das Kind geboren wird. Wie sie wieder nach Hause kommen. Die Hirten wurden überrascht, als ihnen Engel begegneten. „Fürchtet euch nicht!“ Sie gingen los! Die Weisen ahnten nicht, dass sie bald in das ferne Bethlehem ziehen sollten. In der Begegnung mit dem Jesus-Kind fanden dann alle Wege ihr Ziel. Die Angst wurde kleiner, der innere Friede wärmer und das wegweisende Licht heller. Dieses Kind hilft, die Unverfügbarkeit des Lebens mit Spannung und Vertrauen anzunehmen. Denn ich höre zugleich, wie die Engel uns zusagen: „Fürchtet euch nicht. Siehe, ich verkündige euch große Freude!“

Pastorin Janina Lubeck,

Kirchengemeinde Plön

Mir ist vor Kurzem wieder bewusst geworden, dass man den Weihnachtsstern erst im Dunkeln sehen kann. Er ist ein Hoffnungsleuchten. Dazu gibt es ein Lied: Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. Ein paar Verse daraus lauten: Gott will im Dunkeln wohnen, und hat es doch erhellt. Als wollte er belohnen, so richtet er die Welt.

Weihnachten bedeutet für mich, dass Gott Mensch wird. Es ist ein Plädoyer für die Menschlichkeit. Gott kommt zu uns, auch und gerade in unseren dunklen Zeiten.

Pastorin Ragni Liv Mahajan,

Kirchengemeinde Gaarden

Fürchtet euch nicht, sprach der Engel.

Alle, die ihr allein feiern müsst.

Alle, die ihr einen lieben Menschen verloren haben, der schmerzlich vermisst wird.

Alle, die ihr euch um Freunde, Nachbarn und Fremde kümmert.

Alle, die ihr noch gar nicht wisst, wo ihr einen warmen Platz zum Schlafen finden werdet.

In Gaarden sind die Engel unter uns. Verteilen Lebensmittel. Schenken ein Lächeln. Wo ich diesen Engeln begegne, ist Weihnachten.

Pastor Lutz Damerow,

Apostelkirchengemeinde Kiel-Wik

In den letzten Wochen habe ich oft gedacht: Weihnachten ist echt in Gefahr!

Ich habe angefangen, mir Sorgen zu machen. Ohne richtige Weihnachtsstimmung kein Fest. Und die kommt nur auf, wenn ich und meine Familie halbwegs okay sind und auch um uns herum alles stimmt. Bei Corona stimmt aber leider so vieles nicht!

Dann hatte ich vor zwei Tagen das Gefühl, als ob Jesus mir sagt: „Entspann dich, Lutz, ich werde doch extra Mensch für Leute, bei denen keine Weihnachtsstimmung aufkommt.“ Die Bibel sagt: „Jesus ist erschienen denen, die im Schatten des Todes sitzen!“ (Lk 1,79). Wer könnte sonst schon mit einem Retter in der Krippe etwas anfangen?

Pastor Christian Dahl, Kirchengemeinde Einfeld (Neumünster)

Weihnachten bedeutet für mich: Gott wird menschlich. Weihnachten ist ein Fest der Nähe und ein Fest der Familie. Mit der Nähe ist es in diesem Jahr schwierig; bei vielen auch mit der Familie.

Ich finde es wichtig, trotz der verständlichen deprimierenden Gefühle auch deutlich zu machen, dass wir nicht allein sind. Nähe, Verständnis und Solidarität sind für mich auch mit Distanz möglich.

KN-online (Kieler Nachrichten) 24.12.2020
Christian Hiersemenzel 24.12.2020
KN-online (Kieler Nachrichten) 24.12.2020