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Schleswig-Holstein Weniger Feuerwerk: Das sagen die Leser
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16:49 28.12.2018
Von Tanja Köhler
Seit Freitag wird in Schleswig-Holstein Feuerwerk für Silvester verkauft. Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) rät dazu, teilweise auf das Abbrennen zu verzichten. Quelle: Frank Behling (Archiv)
Kiel

Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht  hat die Bevölkerung aufgerufen, zum Jahreswechsel weniger Feuerwerk zu zünden als bisher. Denn das Abbrennen von Feuerwerk an Silvester habe eine Erhöhung der Feinstaubwerte zur Folge. In den sozialen Netzwerken wird der Vorstoß des Grünen-Politikers kontrovers diskutiert.

Mancher nimmt es mit Humor. So schreibt Timo Snaitsirhc auf der Facebookseite der Kieler Nachrichten: "Sie wollen doch eine Fahrspur für den Diesel sperren, ich wäre dafür, auch für das Silvester-Feuerwerk eine Fahrspur zu sperren...". Marcel Eberlien befürchtet gleich Schlimmeres: "Nicht, dass es bald eine Umweltzone gibt für Feuerwerk. Luftmessungsstationen extra für Silvester."

Irritationen löst die Formulierung "teilweiser Verzicht" aus. Olli Wurch fragt sich nun, ob er nach einen Zug von der Zigarette noch ausatmen dürfe, und Dietmar Jensen will wissen: "Wenn ich nun seit vielen Jahren nichts gekauft hab, muss ich denn jetzt teilweise was kaufen?"

Nicht bei allen Schleswig-Holsteinern scheint sich die Empfehlung von Jan Philipp Albrecht herumgesprochen zu haben, wie Patricia Schröder beobachtet hat: "Hat voll Eindruck gemacht.... wie man heute Morgen beim Einkaufen sehen konnte." Landesweit begann am Freitag der Verkauf von Feuerwerkskörpern - der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) rechnet damit, dass der Vorjahresumsatz von 137 Millionen Euro auch in diesem Jahr erreicht wird. Peter Boettchers Befürchtung "In Deutschland herrscht bald Totenstille" wird mit Blick auf die Verkaufszahlen vermutlich nicht eintreten.

Reglementierung: Bitte nicht - oder nur mit Auflagen

Einige Schleswig-Holsteiner wollen sich das Ballern an Silvester aber auch einfach nicht verbieten lassen. Nikolai Donitzky sieht in dem Vorstoß eine Einschränkung: "Ein reglementiertes Leben, so, wie es sich die Grünen und die DUH wünschen. Der moderne kompromisslose Puritanismus wie in den USA." Und auch Robina Hood kann dem teilweisen Feuerwerks-Verzicht nichts abgewinnen: "Allein, weil ein Grüner schon wieder etwas verbieten möchte, dann extra, wie ich es möchte! Er sollte woanders suchen, wo es dringender ist."

Jan Philipp Albrechts Empfehlung greift manchem aber auch nicht weit genug. Rund 4500 Tonnen Feinstaub werden laut Umweltbundesamt durch Silvesterraketen freigesetzt. In einer Nacht. Wäre es da nicht effektiver,  andere Feinstaub-Quellen zu reglementieren? So schreibt Reinhard Rahlf: "Vielleicht verzichtet Kiel auf die vielen Kreuzfahrtschiffe, wegen der Feinstaub-Belastung, das wäre eine gute Idee". Ähnlich sieht es Alex Wilke: "Vielleicht solltet ihr lieber erst mal bei den großen Pötten auf See anfangen, bevor ihr Silvester zerstört." Dirk Kobus würde - sofern die Politik sich bewegt - auch handeln: "Wenn die Schiffe und Flugzeuge endlich mal so behandelt werden wie der Diesel, höre ich auch auf, Raketen steigen zu lassen."

Zuspruch bekommt Umweltminister Jan Philipp Albrecht von Michael Bergmann. "Sehr guter und angemessener Vorschlag. Nicht nur wegen des Feinstaubs", schreibt er. Auch René Hoeller begrüßt den Wunsch, sagt aber mit Unterton: "Werden sich natürlich alle daran halten... Ich denke, die Leute, die knallen wollen, interessiert die Umwelt mal gar nicht."

Sich immer mehr in einen Rausch ballern

Statt einer Empfehlung zum teilweisen Verzicht würde Manuela Walter einen Preisanstieg für Feuerwerk begrüßen: "Erst einmal sollten Böller und Co deutlich teurer werden. Es kann nicht sein, dass ein D-Böller nur ca 6 Cent/Stück kostet. Alles andere ist doch ähnlich billig erhältlich. Da ist es ja kein Wunder, dass sich da immer mehr in einen Rausch ballern." Zuspruch bekommt sie von Oliver Menke. "Jedes Jahr die selbe Scheiße zu Silvester. Wie man wegen ein paar Tagen so einen Aufstand machen kann, ist für mich unbegreiflich. Das Geld, was ich zu Silvester in die Luft jage, verbrennt ein Raucher in einer Woche, ein Diskogänger an einem Abend, usw.. Warum also alles schlecht reden?"

Manch anderer spricht sich für ein generelles Feuerwerks-Verbot aus. "Viele Tiere und Menschen würde dankbar sein", schreibt Ralf Kaphengst. Ganz so streng will es Lars Ufi Ufermann nicht sehen: "Wäre ja schon mal hilfreich, wenn die Leute ihre Gasflaschen wieder mit reinnehmen würden, damit diese nicht von Neujahr bis Mitte Januar als Scherbenteppich überall liegen bleiben. Echt nervig für Fahrrad- oder Rollstuhlfahrer wie mich. Aber auch die Fellnasen und ihre Halter wären sicher dankbar."

Städte wie Hannover, Dortmund und Düsseldorf haben bereits Feuerwerks-Verbotszonen in den Innenstädten eingerichtet. Manuela Walter sagt hierzu: "Verbote nur in Innenstädten sind genauso idiotisch wie partielle Fahrverbote. Es verlagert doch nur das Problem in andere Gegenden."

In Kiel ist ein Verbot oder eine Beschränkung von privaten Silvesterfeuerwerken nicht angedacht - auch wenn Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) zu einem teilweisen Verzicht rät.

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