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Schleswig-Holstein Weniger Jugendliche in Schleswig-Holstein in Obhut genommen
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09:55 18.07.2019
Die Behörden in Schleswig-Holstein haben im vergangenen Jahr 2554 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Im Vergleich zum Jahr davor sei dies ein Rückgang von rund einem Viertel.  Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild
Kiel/Hamburg

Hauptgrund für den Rückgang sei, dass sich die Zahl der Schutzmaßnahmen für unbegleitet aus dem Ausland eingereiste Minderjährige um 56 Prozent auf 580 Fälle verringert habe.

Überforderte Eltern häufigster Grund

Überforderte Eltern seien der häufigste Grund für die Schutzmaßnahme gewesen (36 Prozent). Zweithäufigster Anlass war die unbegleitete Einreise aus dem Ausland (23 Prozent).

Bei zehn Prozent der Jugendlichen habe es Anzeichen für eine Vernachlässigung gegeben. Von den unterstützten Minderjährigen waren 36 Prozent zwischen 16 und 18 Jahre alt, 28 Prozent zwischen 14 und 16 Jahren.

Ein Migrationshintergrund habe nach den Angaben des Statistikamtes bei 41 Prozent der Kinder und Jugendlichen vorgelegen.

Rückgang auch in Hamburg

Auch in Hamburg haben die Jugendämter einen Rückgang zu verzeichnen. Im vergangenen Jahr wurden 1506 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Im Vergleich zum Jahr davor sei dies ein Rückgang von 32 Prozent.

Hauptgrund für die Abnahme sei, dass sich die Zahl der Schutzmaßnahmen für unbegleitet aus dem Ausland eingereiste Minderjährige um 49 Prozent auf 460 Fälle verringert hat. Dies sei gleichzeitig auch der häufigste Anlass für eine Inobhutnahme gewesen (31 Prozent aller Fälle).

Auf überforderte Eltern seien 25 Prozent der Hilfen zurückgegangen. Anzeichen für körperliche oder psychische Misshandlung habe es bei 13 Prozent und Anzeichen für Vernachlässigung bei zwölf Prozent der Fälle gegeben. Von den unterstützten Minderjährigen waren 41 Prozent 16- bis 18 Jahre alt. Ein Migrationshintergrund habe laut des Statistikamtes bei 73 Prozent der Kinder und Jugendlichen vorgelegen.

Jungen und Mädchen werden in Obhut genommen, wenn sie sich in akuten Krisen- und Gefahrensituationen befinden. Bis eine Lösung gefunden ist, werden sie etwa in einem Heim oder bei einer Pflegefamilie untergebracht.

Von RND/dpa

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