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Schleswig-Holstein „Egon“ bringt Schnee und Orkanböen
Nachrichten Schleswig-Holstein „Egon“ bringt Schnee und Orkanböen
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22:01 12.01.2017
Das Tief „Egon“ bringt Sturmböen und viel Schnee nach Deutschland. Quelle: dpa
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Kiel

Das Tief „Egon“ bringt Sturmböen und viel Schnee nach Deutschland. Ein Schneeband sollte sich von der Nacht zum Freitag an über die westlichen und nördlichen Mittelgebirge Deutschlands ziehen. Bis zu 30 Zentimeter Schnee innerhalb von sechs Stunden seien in Lagen von 400 bis 600 Metern möglich, erwartete Meteorologe Adrian Leyser vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Bis Freitagmittag soll „Egon“ dann in Richtung Polen weitergezogen sein.

„In Höhenlagen können schwere Sturmböen schneesturmartig zunehmen. Ich denke, dass dann auch einige Straßen unpassierbar sein werden“, sagte Leyser am Donnerstag. In Hochlagen werde es ausgesprochen ungemütlich. In den Bergen erwartete der DWD orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde.

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Sturmböen sind am Freitag möglich

Bei nassem Schnee und starkem Wind könnten auch Stromleitungen und Bäume umknicken. „Das ist eine sehr gefährliche Kombination“, sagte Leyser. Von Nordrhein-Westfalen bis ins nördliche Sachsen-Anhalt seien daher massive Verkehrsbehinderungen möglich.


In der Mitte, im Süden und an der Nordsee sind am Freitag Sturmböen möglich, die auf Bergen sogar Orkanstärke erreichen können. Vor allem im Hochland dürften nach dem heftigen Schneefall am Wochenende hochwinterliche Bedingungen herrschen. Doch Wintersportler und Spaziergänger können die weiße Pracht angesichts des starken Windes vermutlich nicht so recht genießen. „Das ist dann doch recht ungemütlich“, meinte Leyser. Besser werde es erst in der kommenden Woche. Dann wird mit einer neuen Dauerfrostperiode gerechnet.

In anderen Teilen Deutschlands machten Schnee und glatte Straßen den Autofahrern zu schaffen. Bei Unfällen in Bayern kamen drei Menschen ums Leben. Auch in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern gab es witterungsbedingte Unfälle.

Sturmflut und Glätteunfälle im Norden 

Der Winter zeigte bereits am Donnerstag sein ungemütliches Gesicht. Im südlichen Schleswig-Holstein ereigneten sich durch Straßenglätte einige Unfälle. Die Polizei zählte bis zum Vormittag insgesamt sechs Unfälle, dabei wurden sieben Personen leicht verletzt.

In Hamburg stand der Fischmarkt zum zweiten Mal in diesem Jahr unter Wasser. Am frühen Donnerstagmorgen lag der Wasserstand am Fischmarkt 2,11 Meter über dem mittleren Hochwasser. Darüber hinaus habe es keine weiteren Besonderheiten gegeben, teilte die Polizei in Hamburg mit.

Für den Donnerstagmittag beziehungsweise -nachmittag gab das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrograhie (BSH) eine weitere Sturmflutwarnung für das Elbegebiet und die nordfriesische Küste heraus. Das Hochwasser werde 1,5 bis 2 Meter höher auflaufen als das mittlere Hochwasser. In Hamburg sollte der Scheitelpunkt kurz nach 16.00 Uhr erreicht sein.

Vereinzelte Glätteunfälle in SH

Im Süden Schleswig-Holsteins kam es vereinzelt zu Unfällen durch Glätte und Hagel. So kamen in der Nacht auf der Autobahn 1 in Höhe der Raststätte Buddikate (Kreis Stormarn) drei Autos von der Fahrbahn ab und rutschten in den Graben. Dabei wurden drei Menschen leicht verletzt. Auf der A 20 in Höhe des Parkplatzes Karkfeld (Kreis Herzogtum Lauenburg) überschlug sich ein Fahrzeug, dabei wurde der Fahrer leicht verletzt.

Bei Nusse im Kreis Herzogtum Lauenburg rutschte ein mit zehn Schulkindern besetzter Bus in den Graben. Die Kinder wurden nicht verletzt und wurden mit einem Ersatzbus zur Schule gefahren. Der Fahrer hatte nach Polizeiangaben auf der schmalen Landstraße einem entgegenkommenden Bus Platz ausweichen wollen und war auf dem vom Regen aufgeweichten Seitenstreifen weggerutscht.

dpa

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