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Schleswig-Holstein Wie realistisch ist der Super-Regionalexpress?
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19:30 08.03.2020
Von Niklas Wieczorek
Kein Umstieg mehr ab Hamburg? Wie realistisch ist der Super-Regionalexpress? Quelle: Daniel Bockwoldt
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Kiel/Hamburg

Allein beim Beispiel Kiel – Bremen wären schließlich zwei Flächenländer und zwei Stadtstaaten involviert.

Reichen Platz und Zeit?

„Zu klären ist insbesondere auch, welche Auswirkungen längere Linienwege auf die Pünktlichkeit hätten und ob es für die sogenannten Durchbindungen eine Nachfrage gäbe“, sagt Nah-SH-Sprecher Dennis Fiedel. Er nennt neben der Nachfrage für Plätze in den Zügen aber auch die Bahnsteigen als Faktor. Hier müsse bedacht werden, ob Platz und Zeitfenster für längere Züge ausreichen. „Die Prüfung ist ergebnisoffen“, sagt Fiedel – und auch die Deutsche Bahn bekräftigt das. Einen Termin für den Abschluss gebe es nicht, so Fiedel.

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Konkurrenz zum Fernverkehr

Pro-Bahn-Sprecher Stefan Barkleit würde dagegen gerne noch 2020 Ergebnisse sehen. Er traut sich auch konkrete Strecken wie Kiel – Bremen oder Kiel – Uelzen zu benennen, und bringt in der Debatte auch die Einbindung von Mecklenburg-Vorpommern ins Spiel. Fakt ist: Die Deutsche Bahn würde damit ihrem Fernverkehr auf der Strecke über die Hansestädte Hamburg und Bremen nach Westdeutschland sowie über Uelzen nach Hannover Konkurrenz verschaffen.

Bisher wenige Beispiele

Im Norden sind mehrere Ländergrenzen überfahrende Verbindungen derzeit eher unbekannt: Ein interessantes Vorbild ist lediglich der Interregioexpress (IRE) zwischen Hamburg und Berlin. Seit 2014 bietet der IRE weniger Komfort für weniger Geld auf der Strecke zwischen den zwei größten deutschen Städten. In die Karten schauen lassen, auf welchen Linien und in welchen Szenarien die Verbesserung des Hamburger Hauptbahnhofs geprüft wird, will sich die Deutsche Bahn aber nicht. „Die Bahnsteige in Hamburg bieten die Chance, die Zahl der Sitzplätze dank langer Züge deutlich zu erhöhen“, sagt bereits jetzt Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP).

Die Erweiterung des Hamburger Hauptbahnhofs ist bereits seit Jahren in Planung. Erste Schritte wie der Abbau von störenden Elementen an den Fernverkehrsgleisen 13 und 14 sind bereits umgesetzt, aber erst in den kommenden Jahren wird der Ausbau so richtig Fahrt aufnehmen – unter anderem mit Vergrößerungen der Bahnhofshallen. Nach Angaben der Stadt Hamburg ist aufgrund einer Baudauer von etwa zehn Jahren frühestens 2030 mit spürbaren Verbesserungen zu rechnen.

Lesen Sie auch: Geht es bald ohne Umstieg im Regionalexpress von Kiel nach Bremen?