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Schleswig-Holstein Wöchentlich ein antisemitischer Vorfall in Schleswig-Holstein
Nachrichten Schleswig-Holstein Wöchentlich ein antisemitischer Vorfall in Schleswig-Holstein
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15:01 29.01.2020
In Schleswig-Holstein dokumentiert eine spezielle Meldestelle seit Jahresbeginn gezielt antisemitische Vorfälle. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
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Kiel

Von Januar bis Oktober seien 51 Vorfälle dokumentiert worden, teilte die Stelle am Mittwoch mit. Antisemitismus erweise sich auch im Norden als ein komplexes Phänomen, das sich in unterschiedlichster Form und Intensität ausdrücke.

Ein Großteil der Vorfälle richte sich nicht gegen konkrete Einzelpersonen, sondern ereigne sich im öffentlichen Raum oder online, hieß es. Antisemitische Hetze äußere sich vielfach in Form von Schmierereien und Hetze im Internet.

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Erschreckende Alltäglichkeit

"Bei jenen Vorfällen, die sich konkret gegen bestimmte Personen oder Institutionen richten, haben wir es vor allem mit antisemitischen Beleidigungen, Bedrohungen und gezielten Sachbeschädigungen zu tun", erläuterte Lida-Projektleiter Joshua Vogel. "Gerade die hohe Zahl niedrigschwelliger Vorfälle im öffentlichen Raum verweist auf die erschreckende Alltäglichkeit antisemitischer Vorfälle." Antisemitismus sei auch in Schleswig-Holstein nicht nur ein Randgruppen-Phänomen, sondern tief in der gesamten Gesellschaft verankert.

Der erste Lida-Jahresbericht zeichne ein beunruhigendes Bild der Lage, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Tobias von Pein. Mitglieder der jüdischen Community sollten in Angst vor weiteren Taten versetzt und ausgegrenzt werden. "Es handelt sich um ein Phänomen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit", sagte von Pein.

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Von dpa

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