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Schleswig-Holstein Kadaver und Beschimpfungen für Albrecht
Nachrichten Schleswig-Holstein Kadaver und Beschimpfungen für Albrecht
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15:42 19.12.2019
Von Bastian Modrow
Dutzende Schäfer Schleswig-Holsteins präsentieren bei einer Kundgebung Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen, 2.v.r.) tote Schafe, die mutmasslich von einem Raubtier oder Wolf gerissen wurden. Die Schäfer forderten einen effektiven Schutz ihrer Herden. Quelle: Wolfgang Runge/dpa
Kiel/Friedrichskoog

Auf dem Hof eines Schafhalters in Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen), der in den vergangenen drei Wochen 40 Tiere durch Risse verloren hat, wollten Züchter und Landwirte auf ihre Situation aufmerksam machen. "Das Interesse der Bevölkerung ist groß. Es waren auch viele Bürger vor Ort", berichtet Marcell Kaminsky von der Initiative "Wolfsfreie Dörfer". Der Kieler Umweltminister war kurzfristig der Einladung an die Westküste gefolgt.

Karte: Wölfe in Schleswig-Holstein – Sichtungen und Risse seit 2012

Umweltminister Albrecht: Schafbesitzer sollen kooperieren

Teilnehmer beider Seiten bezeichneten die Stimmung als aufgeheizt. Der Minister konnte nur per Megafon seine Sicht der Dinge verkünden. Er versicherte, dass jeder Riss gewissenhaft untersucht werde. Noch komme eine Abschussgenehmigung allerdings nicht infrage. Albrecht warb um Kooperation im Umgang mit den Rissgutachtern: "Wir brauchen rechtskräftige Gutachten, um gegebenenfalls eine Abschussgenehmigung zu erwirken."

Am Dienstag hatte es einen Zwischenfall auf dem Betriebshof des Landwirtes in Friedrichskoog gegeben.  Aufgebrachte Züchter hatten Rissgutachter beim Verlassen des Geländes gehindert. Die Polizei musste anrücken.

"Nicht hinnehmbar, dass Wolf Grenzen nicht respektiert"

Die Schäfer forderten einen effektiven Schutz ihrer Herden. Selbst sogenannte wolfssichere Zäune würden ihre Tiere nicht vor Attacken schützen, erklärten Züchter. Albrecht betonte, das Problem könne man nur miteinander bewältigten, und nicht gegeneinander. "In dem Moment, wo die Entnahme rechtlich möglich ist, werden wir sie auch durchführen", bekräftigte der Minister. "Weil es nicht hinnehmbar ist, dass der Wolf unsere Grenzen nicht respektiert."

Karte: Welcher Wolf tötete 2019 wo?

Den Landwirten und Tierhaltern in Dithmarschen reicht das nicht aus: Sie fordern, den Wolf grundsätzlich ins Jagdrecht aufzunehmen. Bislang ist dieser besonders geschützt.

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