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Schleswig-Holstein Arbeiten im Outback
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16:10 19.11.2014
Foto: Kamele gehören zu den wilden Tieren, die durch Australiens Outback streifen.
Kamele gehören zu den wilden Tieren, die durch Australiens Outback streifen. Quelle: dpa
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Preetz

Work and Travel bedeutet, dass man reist und dabei arbeitet. Man kombiniert das Angenehme mit dem Praktischen. Die einzigen Voraussetzungen sind, volljährig zu sein und in nicht-europäischen Ländern ein Visum zu besitzen.

 Wieso man das machen sollte? Ich habe Anna Naber gefragt, die ein Jahr in Australien verbracht hat: „Ich wollte erst einmal weg, das Ausland kennenlernen, viel sehen und ein bisschen entspannen nach dem Abitur.“, erzählt sie mir. Mit 19 Jahren ist Anna mit einem Freund tausende Kilometer nach Australien geflogen. „Am Anfang war es schwer, nur Englisch zu sprechen, aber nach einer gewissen Zeit fängt man schon an, auf Englisch zu denken. Und wenn man die Leute dort nicht gleich versteht, finden die es eher sympathisch und lustig.“ Sorgen sind also nicht angebracht, aber natürlich sind Grundkenntnisse in der Landessprache hilfreich.

 Anna startete aus Adelaide Richtung Norden durch das Outback nach Darwin, reiste ostwärts bis Cairns und dann die Ostküste entlang Richtung Süden gen Melbourne. „So etwas werde ich wahrscheinlich nie wieder in meinem Leben erleben“, berichtet sie. Am besten hat ihr das Outback gefallen, wo sie nur mit ihrem Reisepartner an der Seite Tieren lauschen und den klaren Sternenhimmel sehen konnte. Cairns war für sie die schönste Stadt, da man dort das Great Barrier Reef, das größte Korallenriff der Erde, direkt vor der Haustür hat. „Außerdem waren die Leute dort sehr nett“, meint Anna. „Es gab einen Pool, in dem man sich abkühlen konnte, und es wurden im Park regelmäßig kostenlose Fitnesskurse angeboten. Ich habe nur gute Erfahrungen gemacht.“

 „Das einzige, das ich mir leichter vorgestellt habe, war die Jobsuche“, so ihre Aussage. Sie brauchte ganze zwei Monate, bis zum ersten Mal auch das Gehalt stimmte. Trotzdem hat sie immer Jobs gefunden, wie Kellnerin oder Arbeiterin auf einer Mango- oder Krokodilfarm. Die Zeiten waren extrem unterschiedlich: Auf der Mangofarm schuftetet sie bis zu zehn Stunden in der prallen Sonne – als Kellnerin fünf. „Das Wochenende kennen die Leute in Australien nicht“, erzählt sie.

 Wonach hat sie sich gesehnt? „Ich habe meine Familie schon oft vermisst. Aber man erlebt jeden Tag etwas Neues und genießt trotzdem jeden Tag.“ Ihr Tipp: Mit einer Gruppe reisen, da man dann ständig abgelenkt wird und sich austauschen kann. „Ich würde es jedem empfehlen, so eine Reise zu machen!“, sagt Anna Naber überzeugt zum Schluss des Interviews. Jeder, der den Wunsch nach Work and Travel verspürt, solle die Chance ergreifen. Es biete die vielfältigsten Erfahrungen, an denen man wachsen kann. Wer reist, lernt faszinierende Kulturen kennen, kann Tiere beobachten, die er noch nie vorher gesehen hat, und vielleicht auch mit ihnen arbeiten. Wenn man ein halbes oder am besten ein ganzes Jahr in einem fremden Land verbringt, in dem die Menschen einen nicht verstehen, könne man auch sehr schnell deren Sprache lernen. Das kann jeder im Leben gut gebrauchen.

 Mit Work and Travel sei es möglich, seine Grenzen auszutesten und zu lernen, selbstständiger und selbstbewusster zu werden, so Anna. „Am Ende der langen Reise hat man wertvolle Erfahrungen gesammelt und kann stolz auf sich sein.“

Von Emily Gutsfeld, Klasse 9b, Friedrich-Schiller-Gymnasium Preetz