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Schleswig-Holstein Die Bundeswehr wächst wieder
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21:17 22.08.2019
Von Frank Behling
Nach Jahren des Abbaus steigt die Zahl der Dienstposten im Norden. Quelle: Silas Stein
Kiel

Neue Unterkunftsgebäude werden entstehen, eine Feuerwache wird geplant, eine Truppenküche soll gebaut und die Pieranlagen modernisiert werden. Die vom Verteidigungsministerium eingeleitete Trendwende bei der Ausstattung der Bundeswehr wird schon bald spürbar sein. „Schleswig-Holstein bekommt einen ordentlichen Schluck aus der Pulle“, sagt Ingo Gädechens, Verteidigungsexperte und Bundestagsabgeordneter der CDU aus Ostholstein. Nachdem die Bundeswehr im Zuge der Reformen in der Vergangenheit besonders im Norden auf dem Rückzug war, klettert die Zahl der Dienstposten im Land nun wieder deutlich über die Marke von 16000.

Besonders die Stützpunkte Kiel und Eckernförde legen kräftig zu. Das Seebataillon in Eckernförde wächst um fast 800 Dienstposten auf 1400. Das U-Boot-Geschwader bekommt in den kommenden Jahren zwei weitere Boote. „Bei den militärischen Dienstposten ist Eckernförde mit 2037 Soldaten heute klar vor Kiel, wo 1650 Soldaten stationiert sind“, sagt Gädechens. Zu Eckernförde gehören zukünftig auch die Kaserne Alt Duvenstedt, die von der Luftwaffe übernommen werden soll. So gehören zum Standort Eckernförde auch Dienststellen in anderen Teilen des Landes.

3950 Dienstposten in Kiel

In der Landeshauptstadt wird die militärische Stärke erst ab 2020 steigen. Zunächst kommen Einheiten der Feldjäger. Die Militärpolizisten ziehen in die Feldstraße in eine neue Kaserne. „In Kiel sind dafür schon heute wesentlich mehr zivile Dienststellen der Bundeswehr als in anderen Standorten im Land beheimatet. Aktuell sind es 1228 zivile Mitarbeiter der Bundeswehr in der Landeshauptstadt. Damit ist Kiel heute die Stadt mit der größten Zahl an Dienstposten in Schleswig-Holstein“, so Gädechens. Hinzu kommen in Kiel noch ein Nato-Kommando und die Einsatzflottille 1. Mit allen Truppenteilen und Kommandos sollen es in Kiel laut Bundeswehr-Planung 3950 Dienstposten werden.

Die Kieler Anlage des Marinearsenals wird ab 2020 aufgestockt, in die Hafen-Infrastruktur auch weiter investiert. Wesentlich wichtiger als die Zahl der Dienstposten ist für die Bundeswehr die Qualität des Hafens. „Der große Vorteil des Kieler Marinestützpunktes ist seine Lage an einem Tiefwasserweg der Ostsee und am Nord-Ostsee-Kanal. Wir haben gerade gesehen, wie viele große Schiffe dieser Hafen aufnehmen kann“, sagt Fregattenkapitän Bastian Fischborn.

2020 sollen 166 Millionen Euro verplant werden

Die Stützpunkte Kiel und Eckernförde haben zudem eine Doppelfunktion. So hat die Wehrtechnische Dienststelle 71 aus Eckernförde einen Großteil ihres Personals im Arsenal oder bei der Entmagnetisierung in Friedrichsort. Die Ausrüstung von Schiffen mit dem Material des Seebataillons ist in Kiel besonders gut möglich. So wurden in Kiel bereits das niederländische Joint-Support-Ship „Karel Doorman“ und Fregatten für das Seebataillon abgefertigt. „Hier können auch mal zwei oder drei Fregatten zusammen liegen“, so Fischborn.

Im Juni hatte Ulrike Hauröder-Strüning, die Präsidentin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, die Steigerung der Investitionen in die Bundeswehr-Standorte im Land verkündet. Im laufenden Jahr sollen 130 Millionen Euro, 2020 dann 166 Millionen und 2021 erstmals 181 Millionen in Kasernen, Häfen und Flugplätze zwischen Husum und Neustadt verbaut werden. Insgesamt werden dann von 2018 bis 2021 eine halbe Milliarde Euro verbaut. Den größten Anteil haben die beiden Standorte Kiel und Eckernförde.

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