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Schleswig-Holstein "Gorch Fock": Pläne wackeln schon wieder
Nachrichten Schleswig-Holstein "Gorch Fock": Pläne wackeln schon wieder
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09:11 30.12.2019
Von Frank Behling
Ende Oktober wurde das teilsanierte Marineschulschiff "Gorch Fock" auf der Weser zur Lürssen Werft geschleppt. Seitdem ist dort nicht viel passiert. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam
Kiel/Berne

Sicher ist, dass die „Gorch Fock“ auf jeden Fall das erste Halbjahr in der Werft liegen bleibt. Das 1958 in Dienst gestellte Segelschulschiff befindet sich nun schon seit vier Jahren im Dock. Am 1. Dezember 2015 wurde die Bark zur Elsflether Werft überführt. Für 10,9 Millionen Euro sollte das Schiff ursprünglich bis zum 21. Juni 2016 überholt werden. Danach gab es in mehreren Akten eine Verzögerung und Verteuerungen bei den Arbeiten. Mittlerweile summiert sich die Sanierung auf 128 Millionen Euro.

Nachverhandlungen schließt der Bund aus

Nach Korruptions- und Veruntreuungsvorwürfen musste die Elsflether Werft im Februar Insolvenz anmelden. Seit Oktober ist die Lürssen Werft Eigner der Elsflether Schiffswerft - und somit auch verantwortlich für die „Gorch Fock“. 80 der 128 Millionen Euro sind allerdings inzwischen ausgegeben. 48 Millionen Euro stehen noch für die Fertigstellung und Ausrüstung der Bark zur Verfügung. Mehr soll es nicht geben. „Es wird beim Thema Geld nicht mehr nachverhandelt“, stellt der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens klar. „Die Lürssen Werft hat gewusst, was sie mit der Elsflether Werft kauft.“

Auch im Verteidigungsministerium verweist man jetzt auf die volle Zuständigkeit der Lürssen Werft. Mit der Übernahme der Elsflether Werft AG sei die Verantwortung zur Fertigstellung der „Gorch Fock“ vollständig auf die Fr. Lürssen Werft übergegangen, so ein Ministeriumssprecher auf Anfrage.

Der Marine-Inspekteur hofft auf Fertigstellung im Juni

Doch wie ist der heutige Zustand der Bark? Am 11. November wurde die „Gorch Fock“ bei Lürssen aus dem Wasser geholt und in eine Halle überführt. Seitdem ist wenig passiert. Nach dem Wunsch des Marine-Inspekteurs sollen die ausstehenden Arbeiten bis Juni 2020 abgeschlossen sein. Doch die Sanierung hängt nach Informationen unserer Zeitung erneut hinter dem Zeitplan her. „Es gibt noch keinen verlässlichen Termin“, bestätigt Gädechens. „Natürlich kann es auch Spätsommer werden.“

Kadetten üben auf der "Alexander von Humboldt II"

Derzeit wartet die Marine auf einen belastbaren Fahrplan, um die Vorbereitungen für den Ausbildungsbetrieb der Besatzung zu treffen. Von der Lürssen Werft heißt es auf Anfrage nur, dass man mit der Bundeswehr als Auftraggeber in „weiterführenden, intensiven Gesprächen“ sei. Weitere Details nennt die Werft nicht.

Ungeachtet dessen starten die Kadetten der Marine am 3. Januar ohne die „Gorch Fock“ ihre Segelausbildung. Sie werden nun bis April an Bord der „Alexander von Humboldt II“ ausgebildet. Das Ersatzschiff wird dafür vor die Kanaren verlegt. Die Stammbesatzung der „Gorch Fock“ hat bereits erste Fahrten zur Eingewöhnung an Bord unternommen.

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