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Schleswig-Holstein So wild war das Werner-Rennen 1988
Nachrichten Schleswig-Holstein So wild war das Werner-Rennen 1988
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14:18 25.08.2018
Von Stephan Ures
Mit ohrenbetäubendem Dröhnen rast der weiß-blaue Laster über die Rennstrecke. Dann schießt der 10 Tonnen schwere Koloß über eine drei Meter hohe Holzrampe, fliegt durch die Luft und kracht nach 50 Metern auf die Erde.  Quelle: Kai-Uwe Drews
Hasenmoor

„Das Erschreckende war die Unmöglichkeit, Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten“, sagt heute Klaus J. Harm aus Bad Segeberg. Der 64-Jährige ist mittlerweile pensioniert, war damals bei der Polizei rund um das Spektakel zuständig für die Verkehrsplanung.

Die brach schon lange vor der eigentlichen Veranstaltung zusammen. Am 31. August, einem Mittwoch, setzte der Anreiseverkehr ein. Über vier Autobahnausfahrten zwischen Kaltenkirchen und Neumünster versuchte die Polizei den Ansturm zu kanalisieren – vergebens. Am Freitag der endgültige Kollaps: Stau bis hinter den gut 40 Kilometer entfernten Elbtunnel. 100.000 Besucher waren erwartet worden, von 200.000 war hinterher die Rede. Wie viele es wirklich waren, weiß keiner.

Durchgangsstraße unpassierbar

Auf den Straßen ging nichts mehr, erzählt Harm. Die B206, die am Flugplatz vorbeiführt, war zwischen Bockhorn und der Abfahrt Schmalfeld gesperrt, die Durchgangsstraße in Hartenholm unpassierbar. An der Bundesstraße hatte eine Gruppe Wegelagerer eine Art „Mautstelle“ eingerichtet, wie Harms damaliger Kollege Heino Döring (73) berichtet. Er war ebenfalls zur Verkehrsregelung eingeteilt. Bevorzugte „Gebühr“ war, dass Frauen ihre nackten Brüste zeigten. Erst ein tieffliegender Hubschrauber des Sondereinsatzkommandos konnte das Treiben beenden.

Die Holzbrücke, die Besucher von einer Wiese über die vielbefahrene B206 zum Flugplatzgelände führen sollte, war schon am Donnerstag zerlegt und in Lagerfeuern aufgegangen. Obwohl die Veranstaltung wegen des unerwarteten Zustroms dermaßen aus dem Ruder lief, sei sie alles in allem friedlich verlaufen, so Wulf. „Wir haben hinterher drei Kreuze geschlagen, dass es so ausgegangen ist.“ „Am Ende waren alle froh, dass es keine Toten gab“, erzählt auch Harm.

Rocker als Sicherheitsdienst

Vor 30 Jahren hatten die Ordnungshüter ungeliebte, aber willkommene Unterstützung. Die damaligen Veranstalter hatten den RockerclubBones MC“ aus Köln als Sicherheitsdienst engagiert. Für Harm und seine Kollegen war es eigenartig, dass ihnen die kettenschwingenden Männer in ihren Motorradkutten beisprangen, als die übermütige Menge einen Streifenwagen umkippen wollte oder keinen Platz machte, als die Polizei mit der Gruppe „BAP“ auf dem Weg zur Bühne in einer verstopften Straße steckenblieb.

Die Hilfe der Bones war deswegen so heikel, weil sie mit kriminellen Machenschaften, vor allem Drogenhandel, in Verbindung gebracht wurden. „Die konnten sich bei den Besuchern 1000 Mal mehr Respekt verschaffen als die Polizei“, sagt Wulf.

Informationen zum aktuellen Werner-Rennen finden Sie hier. 

Hier sehen Sie Fotos vom Werner-Rennen vor 30 Jahren. 

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