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Schleswig-Holstein Ziel „Mehr Tierwohl“: Landwirtschaftsminister Albrecht für Abgabe
Nachrichten Schleswig-Holstein Ziel „Mehr Tierwohl“: Landwirtschaftsminister Albrecht für Abgabe
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11:07 16.01.2020
Fleischwaren liegen in einer Theke einer Fleischerei. Quelle: picture alliance/dpa
Kiel

Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht unterstützt Forderungen nach einer Tierwohlabgabe. Diese würde zur Finanzierung eines Umstiegs auf eine artgerechte Tierhaltung beitragen und das Interesse der Verbraucher mit dem der Landwirtschaft versöhnen, sagte der Grünen-Politiker.

Die Umweltorganisation Greenpeace hatte vor der am Freitag startenden Agrarmesse Grüne Woche eine Tierwohl-Abgabe von bis zu 50 Cent pro Kilogramm Fleisch vorgeschlagen und von 1,5 Cent je Liter Milch.

«Derzeit wird über verschiedene Modelle diskutiert, doch die Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner laviert herum und schiebt die Entscheidung am Ende den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu», sagte Albrecht. Eine Anhebung der Mehrwertsteuer könnte dazu führen, dass qualitativ höherwertige und damit teurere Lebensmittel stärker belastet werden als billige Produkte mit niedrigeren Standards. «Stattdessen könnte auf alle Tierprodukte ein Tierwohlcent auf eine bestimmte Menge je nach Produktart erhoben werden, der dann über einen Fonds die Umstellung von Betrieben auf ein besonders hohes Tierwohlniveau finanziert.» Eine solche zweckgebundene Abgabe auf verkaufte Produkte würde die hiesige Landwirtschaft bei der Anpassung an die Anforderungen von Umwelt und Gesellschaft unterstützen und ihre Stellung als Lieferant höchster Qualität stärken.

Investitionsmittel zum Umbau der Betriebe

«Diese Internationale Grüne Woche muss im Zeichen der Agrarwende stehen», sagte Albrecht. «Es braucht nun einen konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten über die Zukunft der Landwirtschaft, wie wir ihn in Schleswig-Holstein bereits initiiert haben.» Die Bundesregierung habe viel Porzellan zerschlagen, sagte Albrecht. So habe sie Vorschläge ignoriert, mit betriebsgenauen Maßnahmen die Nitratvorgaben der EU umzusetzen. Mit solchen Maßnahmen würden gewässerschonend wirtschaftende Betriebe entlastet und ein Anreiz zu mehr Umweltschutz gesetzt. «Dieser Fehler darf nun bei der Reform der EU-Agrarpolitik nicht wiederholt werden», sagte der Kieler Minister.

Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) müsse im EU-Agrarministerrat durchsetzen, dass deutlich mehr Geld für die Landwirtschaft an Leistungen für Artenvielfalt, Klimaschutz und Tierwohl geknüpft wird. Die allermeisten Landwirte wollten ihre Betriebe auf diese Ziele umbauen und bräuchten dafür die nötigen Investitionsmittel. Dies sollte auch über den Preis an der Ladentheke unterstützt werden, sagte Albrecht unter Hinweis auf eine Tierwohlabgabe.

Aussteller aus 72 Ländern werden erwartet

Die Internationale Grüne Woche in Berlin beginnt am Freitag mit einer Rekordbeteiligung. Erwartet werden mehr als 1800 Aussteller aus Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. Bis zum 26. Januar werden rund 400.000 Besucher in den Messehallen am Berliner Funkturm erwartet. Die Aussteller kommen aus 72 Ländern.

Unterdessen wollen sich am Freitag auch viele Bauern aus Schleswig-Holstein an der bundesweiten Aktion «Land schafft Verbindung – Wir rufen zu Tisch» beteiligen, um für ihre Interessen zu demonstrieren. Dazu ist eine Sternfahrt von sechs Orten im Land nach Kiel geplant. In der Hauptstadt werden dann mehrere hundert Landwirte mit ihren Traktoren erwartet. Ein weiterer Konvoi mit mindestens 100 Treckern soll von Preetz nach Berlin starten.

Nachrichten über den Tierschutz

Von RND/lno

Die Menschen in Schleswig-Holstein und Hamburg erwartet am Donnerstag viel Sonne. Am Donnerstag hatte es mit Höchst-Temperaturen bis 13,5 Grad Rekord-Werte für Mitte Januar gegeben.

16.01.2020
Proteste der Landwirte - So will die Nord-SPD Landwirten helfen

Die SPD-Landtagsfraktion sagt Landwirten im Norden ihre volle Unterstützung zu und fordert einen Gesellschaftsvertrag. Auch die FDP richtet ihren Blick auf die Sorgen der Bauern. Am Freitag, 17. Januar, demonstrieren die Landwirte mit ihren Treckern erneut in Berlin, aber auch in Kiel und Heide.

KN-online (Kieler Nachrichten) 16.01.2020

2017 hat die letzte Nerzfarm im Norden aufgegeben, Geschäfte werden offenkundig mit den Pelztieren aber immer noch gemacht. Die Tierrechtsorganisation Peta erhebt schwere Vorwürfe gegen ein Unternehmen aus Jagel, das Nerzkadaver aus Dänemark verwertet und das produzierte Tierfett weiterverkauft.

Bastian Modrow 15.01.2020