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11:02 24.11.2014
Foto: In der Schule empfinden Kinder das laute Vorlesen oft als peinlich. Aber das liegt nicht am Lesen selbst.
In der Schule empfinden Kinder das laute Vorlesen oft als peinlich. Aber das liegt nicht am Lesen selbst. Quelle: dpa
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Kiel

Mal ehrlich: Wer von uns Jugendlichen schlägt noch Informationen in einem Lexikon nach? Wer von uns schlägt noch ein Buch auf, macht es sich im Sitzsack bequem und liest stundenlang?

 Viele junge Menschen finden das Lesen von Büchern „uncool“, schon Kinder wachsen heute mit elektronischen Medien auf. Die „Neuen Medien“ spielen im Jugendalter eine große Rolle. Laut VUMA (Verbrauchs- und Medienanalyse) spielen 91 Prozent der Kinder im Alter von 14-19 Jahren täglich am Computer, dagegen lesen nur 51 Prozent dieser Altersgruppe Bücher. Mit dem Lesen verbinden Jugendliche oftmals unangenehme Erinnerungen wie das laute Lesen im Schulunterricht, welches oft als peinlich empfunden wird.

 Macht es sich in der Bücherei bemerkbar, dass Jugendliche weniger Bücher lesen? Frank Stolzenberger, Mitarbeiter der Stadtbücherei Kiel, sagte, es sei noch die gleiche Anzahl an Lesern, die jährlich Bücher ausleihen. Außerdem biete die Stadtbücherei Ferienprogramme für Schüler an, die sie ans Lesen heranführen und Lesefreude wecken.

 Doch lesen Jugendliche wirklich weniger? Im Gegenteil: Wissenschaftler fanden heraus, dass durch die „Neuen Medien“ mehr gelesen wird als erwartet. Allerdings haben sich die Gewohnheiten verändert. Jugendliche lesen am Computer oder im Handy. Durch die Kommunikation auf Facebook oder What’s App schreiben sie ständig. Da 90 Prozent der Deutschen einen Internetzugang haben, könnten sie auf Facebook oder Amazon sogar auf Bücher hingewiesen werden...

 Das zeigt: Lesen ist nicht out! Jugendliche lesen nicht weniger, sondern nur auf eine andere, moderne Weise. Und ihr Leseverhalten ist immer noch vom Typ abhängig.

 Von Anouk Janke, Klasse 8c, Hebbelschule Kiel