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Schleswig-Holstein Keine Ebola-Panik in Kiel
Nachrichten Schleswig-Holstein Keine Ebola-Panik in Kiel
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13:41 17.11.2014
Foto: Im Ebola-Fall gerüstet: Die chirugische Notaufnahme der Kieler Uniklinik verfügt über Atemschutzmasken und Ganzkörper-Schutzanzüge.
Im Ebola-Fall gerüstet: Die chirugische Notaufnahme der Kieler Uniklinik verfügt über Atemschutzmasken und Ganzkörper-Schutzanzüge. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Als ebenfalls wenig wahrscheinlich gilt, dass ein einzelner Ebola-Infizierter in Kiel auftaucht. Und selbst dann, sagt der Oberarzt der Klinik für Innere Medizin, sei die Uniklinik gut aufgestellt. „Wir haben einen Isolierraum, allerdings ohne Schleuse“, informiert der Spezialist für Infektionskrankheiten. Außerdem verfügt die chirurgische Notaufnahme über eine Box, in der sich unter anderem eine spezielle Atemschutzmaske, Ganzkörper-Schutzanzüge und entsprechende Handschuhe befinden.

 Doch im Falle eines Falles wäre das nicht alles. „Sofort werden zudem die Kieler Berufsfeuerwehr und das Gesundheitsamt alarmiert“, teilt Ott mit. Die Berufsfeuerwehr würde dann den betroffenen Bereich großflächig absperren.

 Sollte der Verdacht auf Ebola hochgradig sein, würden entsprechend ausgerüstete und ausgebildete Kollegen des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin den Patienten übernehmen. Mit einem Spezialtransporter ginge es dann nach Hamburg, wo die Betroffenen auf einer gesonderten Isolierstation weiter untersucht und behandelt würden.

 Deutschlandweit funktioniert der Seuchenschutz so, dass Kliniken mit derartigen Isolierstationen von jedem Punkt aus in etwa 100 Kilometern zu erreichen sind. Aus Sicht von Stephan Ott bedeutet das einen Standard, der auch im internationalen Vergleich als sehr hoch einzustufen ist. „Aufgrund aller Sicherheitsvorkehrungen kann man davon ausgehen, dass in Deutschland eine unkontrollierte Ausbreitung nicht stattfinden würde“, so der Mediziner. Einzelfälle gab es bisher in Deutschland gleichwohl. So war bereits Ende August ein Ebola-Patient aus Westafrika gekommen und in die Uniklinik Hamburg-Eppendorf gebracht worden. Inzwischen hat er das Krankenhaus geheilt verlassen.

 Unterdessen hat nach Angaben des Kieler Gesundheitsministeriums die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 8. August den „internationalen Gesundheitsnotstand“ für den Reiseverkehr erklärt. Das bedeutet, dass das Risiko einer internationalen Ausbreitung besteht und eine koordinierte Aktion vieler Staaten erforderlich ist.

 Von Maximilian Geist und Jonas Weinschütz, Klasse 9e, Gymnasium Altenholz