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Schleswig-Holstein Harter Job, Handballer
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14:11 28.11.2014
Seit dieser Saison beim THW Kiel und schon abgezockt auf der Zisch-Pressekonferenz: Rune Dahmke (Mitte), verlässt hier neben Dominik Klein (links) und Johan Sjöstrand das Spielfeld gegen den TuS N-Lübbecke mit Jens Schöngarth (ganz links). Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Am wichtigsten für die Mannschaft ist natürlich das Training, das bei zwei Spielen pro Woche sechs bis sieben Trainingseinheiten mit je zwei Stunden beinhaltet. Bestandteile dieses Trainings sind unter anderem Kraft- und Wurftraining. Niclas Ekberg hat dadurch ein großes Wurfrepertoire, mag jedoch auch das Siebenmeterwerfen, da es eine „Mann gegen Mann“-Situation ist.

Der Trainer bereitet sich jedoch ganz anders auf die nächsten Spiele vor. So verbringt er seine Freizeit größtenteils mit der Videoanalyse der kommenden Gegner, um auf alle möglichen Situationen reagieren zu können. Fünf bis sechs Stunden nimmt er sich am Tag dafür Zeit, die Videos zu schneiden – auch auf Reisen nutzt er jede freie Minute. Alfred Gislason hat außerdem Jörn-Uwe Lommel als Co-Trainer an seiner Seite, der mit ihm zusammen die Videoanalyse durchführt. Ihre Computer sind vernetzt, damit sie auf die Videos des jeweils anderen zugreifen können. „Heute ist das viel einfacher, als noch vor zehn Jahren, als es nur Kassetten gab“, sagte Gislason. Und was macht ihnen Spaß, wenn sie sich nicht mit Handball beschäftigen?

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Domagoj Duvnjak erklärte, dass Schlafen sein Hobby sei. Niclas Ekberg spielt außerdem Golf und Rune Dahmke trifft sich gern mit seinen Freunden. Außerdem nutzen Sie ihre Freizeit, um ihre Familien zu besuchen. So sieht Domagoj Duvnjak seine Familie in Kroatien nur zweimal im Jahr und auch Niclas Ekberg verbringt seine Freizeit am liebsten in seiner Heimat Schweden. Bei Rune Dahmke ist die Organisation dagegen wesentlich einfacher, da seine Familie in Kiel lebt.

Der THW Kiel ist auf Reisen bodenständig. So fliegen sie mit ganz normalen Flugzeugen zu ihren Auslandsspielen und sitzen in der Holzklasse. Die Mannschaft sitzt dort jedoch meist getrennt von Trainer Alfred Gislason.

Jedes Jahr sind die Spieler in vielen Städten zu Gast. Dabei sehen sie aber fast nichts von der Umgebung, da sich jeder auf das anstehende Spiel konzentriert. Domagoj Duvnjak fühlt sich daher „wie eine Tasche, die mal hier, mal da” ist. Auf den Reisen ist jeder für sich, aber jeder hat eine eigene Aufgabe: Domagoj Duvnjak ist Kuchenwart und bringt Kekse mit. Außerdem wurde das begehrte Amt des Baristas, also des Kaffeewarts, von Christian Zeitz an Patrick Wiencek übertragen. Nach den Spielen sorgt Marko Vujin als Musikwart für die richtige Stimmung in der Kabine, was ihm jedoch mit seiner Musikauswahl nicht immer ganz gelingt.

Aber was passiert nach einem Vereinswechsel? Domagoj Duvnjak fand seinen Wechsel vom HSV Hamburg zum THW Kiel nicht so schwer wie von Zagreb noch Hamburg, da er im gleichen Land blieb. Der Trainer bleibt mit den Spielern, die aus Altersgründen, auf persönlichen Wunsch oder – was selten vorkommt – auf Alfred Gislasons Wunsch den Verein verlassen haben, noch in Kontakt. Außerdem findet er es kreativ, neue Spieler einzubauen, da man „nicht weiß, was rauskommt“.

 Von Silvia Majstrak, Klasse 9b, Hebbelschule Kiel

THW-Jungstar Rune Dahmke

Seit Anfang dieser Saison spielt der Kieler Rune Dahmke (21) für den THW Kiel und gewann schon den Supercup 2014. Angefangen hat seine Karriere aber beim SV Mönkeberg. Dort spielte er, bis er 2008 zur THW-Jugend wechselte. In der Zisch-Pressekonferenz erklärte er, dass zu seinem Erfolg auch die Nähe zu Familie und Freunden beigetragen hat. Schon sein Vater Frank Dahmke spielte beim SV Mönkeberg und beim THW Kiel.

Der Pokal-Aufpasser: THW-Youngster Rune Dahmke mit dem Supercup. (Foto: Sascha Klahn/ Archiv)

 „Meine Lieblingsfächer in der Schule waren Deutsch und Philosophie. Vielleicht wäre es besser gewesen, ich hätte öfters ein bisschen mehr für die Schule getan“, fasst er seine Schulzeit mit einem Grinsen zusammen. Trotzdem absolvierte er neben dem Sport eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann. 2014 bekam er einen Profivertrag beim THW Kiel. Der 21-Jährige wird nun voraussichtlich mindestens bis Sommer 2016 für den THW Kiel mit der Nummer 23 auflaufen.

 Von Lasse Voß, Klasse 7c, Humboldt-Schule Kiel

 

Zebra-Streiflichter der Zisch-Pressekonferenz

Vier THW-Akteure stellten wir Zisch-Reporter im Sporthotel „Avantage“ zur Rede: Rune Dahmke, Niclas Ekberg, Domagoj Duvnjak und Trainer Alfred Gislason. Hier die besten Antworten.

Wie ist es, wenn man mal nicht spielen kann?

Ekberg: Es ist schon okay, auch wenn man gerade nicht spielt. Da ist das trotzdem sehr gut dabei zu sein.

 Ist die Lautstärke in der Halle für euch belastend?

Duvnjak: Nein, im Gegenteil. Die Lautstärke motiviert uns jedes Mal.

 Was war der Höhepunkt eurer Karriere?

Dahmke: Für mich war das die Pressekonferenz.

Ekberg: Also ich fand es spannend, in einer Olympiamannschaft gewesen zu sein.

 Weswegen habt ihr euch Handball als Sport ausgesucht?

Gislason: Ich habe mich schon immer für Handball interessiert.

Dahmke: Ich hatte keine Wahl, weil meine gesamte Familie Spaß an Handball hat.

 Welche Hobbys habt ihr?

Alle: Der Beruf ist doch unser Hobby.

 Von Phillip Jünger und Phillipp Schürmann, Klasse 9, Lilli-Nielsen-Schule Kiel