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Schleswig-Holstein „Bei uns wird jedes Talent geschätzt“
Nachrichten Schleswig-Holstein „Bei uns wird jedes Talent geschätzt“
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09:54 07.11.2014
Das Musical „Über den Wolken“ war für die Hammer Musicalwerkstatt ein voller Erfolg. Rund ein Jahr lang Quelle: hfr
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Kiel

Eine lockere, beinahe familiäre Atmosphäre liegt in der Luft. Keinerlei Anzeichen von Leistungsdruck, aber dafür von Fröhlichkeit und Freundschaft. „Man ist hier mit vielen tollen Menschen zusammen“, findet Teilnehmer Carsten Schulz. Zudem scheinen sie alle zusammenzugehören, obwohl sie sich sehr durch Alter und Erfahrung unterscheiden. „Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Hier sind alle für alle da“, bestätigt Jochen Hey. Und Minowa Maurer fügt hinzu: „Es ist total angenehm, weil alle super miteinander umgehen.“ Denn trotz unterschiedlichster Erfahrungen wird niemand bevorzugt oder bekommt besondere Solos. Im Gegenteil: Jedes Talent wird hier geschätzt und gefördert.

 In der Musicalwerkstatt kann jeder seine Fähigkeiten weiterentwickeln: „Ob es sich bei den Talenten nun um Gesang, Tanz und Schauspiel oder auch Technik, Catering oder Hilfe hinter der Bühne handelt, ist hierbei nicht entscheidend. Bei der Aufführung ist jeder auf seinem Posten wichtig“, erklärt die langjährige Teilnehmerin Ute Kistmacher .

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 „Bei uns gibt es keine Stars, alle werden gleich behandelt. Wer das akzeptiert ist herzlich willkommen“, so Yildiz Karaalp. Sie ist die Gründerin, Leiterin und Organisatorin der vierzigköpfigen Gruppe. Passend hierzu vergleicht sie die Musicalwerkstatt auch gerne mit einem Blumenstrauß. Jeder Teilnehmer ist eine individuelle Blume. Einige leuchten in stärkeren, auffälligeren Farben, andere wirken dezenter. Doch nur zusammen ergeben sie einen wirklich schönen Strauß.

 Es ist nun sieben Uhr und fast alle Mitglieder sind eingetroffen. Das Reden und Lachen wird langsam eingestellt, und gespannt blickt die bunt gemischte Gruppe zu ihrer Leiterin, die sie nun begrüßt und sogleich mit Aufwärmübungen beginnt. Für heute ist eine Schnupperstunde geplant. Das bedeutet, ein bisschen Tanz sowie Chorgesang und Planung. Nachdem am 3. und 4. Oktober erfolgreich ihr selbstgeschriebenes Flughafenmusical „Über den Wolken“ aufgeführt wurde, beginnen nun die Proben für das nächste Projekt.

 Ein Jahr lang arbeitet die Musicalwerkstatt für eine Endaufführung, die meist im Oktober stattfindet. Bisher waren es immer Revues, bei denen aus den verschiedensten Musicals einzelne Tanz- und Gesangsstücke aufgeführt wurden. „Über den Wolken“ war das erste komplette Musical, das die Gruppe einstudiert hat. Auch hierbei wurden viele Klassiker wie „Leaving on a Jetplane“, „Another Suitcase in another Hall“ oder „The Winner takes it all“ in die Handlung eingeflochten. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt, und so war das einzigartige Musical mit zwei gut besuchten Vorstellungen ein großer Erfolg. Dementsprechend sind heute alle besonders motiviert. Mit vielen Witzen, Gelächter und Spaß werden so erste Grundlagen zur Tanzchoreographie des Stücks „Thriller“ von Michael Jackson erprobt. Hierbei dürfen natürlich auch Zombie-Gänge und gruselige Blicke nicht fehlen.

 Nach den Tanzproben ist Gesang an der Reihe. Schnell werden vier Bänke in die Mitte der Halle gestellt, und es finden sich zwei Gruppen. Links sitzt die Gruppe mit chorerfahreren Sängern, rechts die Gruppe der weniger Erfahrenen in diesem Bereich. Gemeinsam soll das Stück „Happy“ von Pharell Williams gesungen werden. Zweistimmig. Sobald die Notenblätter verteilt sind, beginnt ein wildes Stimmengewirr. Jeder kennt das Lied, und so dauert es nicht lange, bis auch für dieses Stück die Grundlagen sitzen.

 Es ist acht Uhr und es bleibt noch eine halbe Stunde für die Planung. Auch die nächste Aufführung wird die erste ihrer Art sein. Am Himmelfahrtswochenende 2015 wird „Ohrenschmaus“ auf die Bühne gebracht. Hierbei handelt es sich weder um eine Revue noch um ein selbstgeschriebenes Musical. Ein Konzert mit einer Vielzahl von bekannten und unbekannten, älteren und neueren Liedern wird den Abend füllen. „Happy“ ist da nur eines der Stücke. Doch bis dahin ist noch viel Zeit.

 Yildiz Karaalp hat für die Gruppe eine kleine Präsentation vorbereitet, in der eine erste Übersicht an Stücken zu sehen und zu hören ist. Die Proben haben zwar grade erst begonnen, doch was fest steht ist, dass auch die nächste Aufführung so bunt und vielseitig wie die Musicalwerkstatt selbst sein wird. Und das ganz ohne Neid, Stars oder Leistungsdruck. „Alles kann, nichts muss!“, grinst Teilnehmer Jan Kleinke-Linert und bringt es damit auf den Punkt.

 Aktuell sucht die Musicalwerkstatt noch männliche Teilnehmer. Bei Interesse bitte per E-Mail an musicalwerkstatt@email.de schreiben oder am Mittwoch um 19 Uhr zur Turnhalle der Uwe-Jens-Lornsen-Schule (Speckenbeker Weg 71) kommen.

 Von Lina Kahle, Klasse 9a, Hebbelschule Kiel