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Schleswig-Holstein Gutes Zeichen, Sportabzeichen
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10:40 24.11.2014
Weiter für Gold: Benedikt Fiedler und Paul Montag (v. li.) springen unter Kontrolle von Trainer Volker Woesner. Quelle: hfr
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Kronshagen

Der 70-Jährige, der fast immer eine Baseballkappe trägt, hat selbst schon 35 mal das Sportabzeichen abgelegt. Und wenn er gerade einmal nicht damit beschäftigt ist, läuft er gerne in seiner Freizeit zur Erholung. Besonders oft sieht man ihn auf der Strecke vom Kronshagener Sportplatz nach Suchsdorf. Seine sportlichen Vorbilder sind die tschechische Leichtathletiklegende Emil Zátopek – mit dem bekannten Zitat: „Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft“ – und der Finne Paavo Nurmi.

 Mittwochs sind eher selten Spitzensportler dabei. Woesner lässt sich davon nicht beeindrucken. Auf den Spruch „Qualität ist besser als Quantität“ lege er beim Sport keinen Wert. „Das passt hier nicht ganz“, sagt er. Letztlich zähle es, dabei zu sein, oder besser: dabei zu bleiben!

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 Und das hat viele Seiten: Auf das, was man täglich isst, solle man beispielsweise achten. Bewusst verzehrt er kaum Süßigkeiten und hält sich an den Spruch: „An apple a day keeps the doctor away!“ Erfolgreiches Trainieren habe etwas Ganzheitliches.

 Woesner ist eigentlich zufrieden, findet allerdings, dass die Trainingsgruppe auch ein bisschen größer werden könnte. Dennoch hat er immer alle Hände voll zu tun: Als der Sporttrainer uns berichtete, dass der jüngste Teilnehmer gerade einmal fünfeinhalb Jahre alt war, kam eine jung gebliebene Senioren-Hochspringerin auf ihn zugeeilt und rief: „Ich hab’s geschafft: Gold!“ Sie hatte den ganzen Nachmittag Hochsprung geübt, unter der strengen Aufsicht der Trainer.

 Wer für das Sportabzeichen trainiert, muss also ehrgeizig sein. Nicht nur junge Sportler versuchen es immer wieder. Alle Sportabzeichenjünger sind offensichtlich zäh: Egal, welches Wetter, sie sind immer auf dem Platz.

 Beim deutschen Sportabzeichen gibt es verschiedene Kategorien und Disziplinen zu bewältigen: Ausdauer (wie Laufen oder Schwimmen), Kraft (Kugelstoßen oder Standsprung), Schnelligkeit (Sprint) im Wasser oder zu Lande und nicht zuletzt Koordination – was häufig Schleuderballwerfen bedeutet. Überhaupt, der Schleuderball... eine Technik für sich.

 In allen Disziplinen muss man Anforderungen schaffen, um Punkte zu bekommen und so möglicherweise das Goldabzeichen. Nur Fahrradfahren böten sie derzeit nicht an, da es zu viele Absagen gegeben habe, berichtet Woesner.

 Die Ziele des Sportabzeichens entwickeln sich mit dem Alter. Für die ersten Jahrzehnte bedeutet das: Je älter man wird, desto schwieriger die Anforderungen. Erst ab 50 Jahren werden sie leichter. Doch für alle Beteiligten gilt: Das Sportabzeichentraining hält gesund. An der frischen Luft kann man sich mit seinen Freunden ernsthaft vergleichen, denn Zeiten und Werte werden genau abgenommen. Niemand bleibt unbeobachtet von Volker Woesner und seinem Team.

 Von Benedikt Fiedler, Jan Mempel und Paul Montag, Klasse 8c, Ricarda-Huch-Schule Kiel