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Schleswig-Holstein Eine Tafelrunde für alle
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20:24 28.11.2014
Foto: In Tafeln können sich bedürftige Menschen mit Lebensmitteln eindecken. Außerdem werden in Kiel 30 soziale Einrichtungen beliefert.
In Tafeln können sich bedürftige Menschen mit Lebensmitteln eindecken. Außerdem werden in Kiel 30 soziale Einrichtungen beliefert. Quelle: Patrick Pleul
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Kiel

Bestimmt haben Sie bei Ihrem letzten Einkauf in einem Supermarkt auch wieder einige Produkte mit den orange leuchtenden Minus-30-Prozent-Aufklebern in den Regalen gesehen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum dieser Produkte ist bald abgelaufen. Damit der Kunde sie aber trotzdem kauft, reduziert der Supermarkt den Preis in der Regel um 30 Prozent. Doch was passiert mit Produkten, die nicht gekauft wurden? Viele Supermärkte geben diese an die Tafeln.

 Die Tafeln sammeln überschüssige Waren aus Überproduktionen oder zu großen Lagerbeständen ein. Aber auch Brot und Brötchen vom Vortag oder falsch verpackte Lebensmittel werden von großen Supermarktketten, örtlichen Bäckereien oder dem Tante-Emma-Laden von nebenan über die Tafeln an Bedürftige weitergegeben.

 Unter dem Motto „Essen, wo es hingehört“ setzen die Tafeln sich dafür ein, dass schon fertig produziertes Essen oder bereits geerntete Lebensmittel nicht weggeschmissen, sondern an die Menschen, die es wirklich brauchen, abgegeben werden. Unter den 1,5 Millionen Menschen, die in Deutschland wöchentlich das Angebot der Tafeln nutzen, befinden sich eine halbe Millionen Kinder. „Hier in Kiel nutzen pro Woche zurzeit rund 900 bis 1000 Personen, insgesamt rund 2000 Haushalte, das Angebot der Kieler und Flintbeker Tafel“, sagt Barbara Kotte von der Kieler Tafel. Das Essen wird in einem Tafelladen angeboten. „Der Kieler Tafelladen befindet sich in der Sozialkirche Kiel-Gaarden“, sagt Vorstandsvorsitzende Kotte. Manche Tafeln beliefern auch soziale Einrichtungen vor Ort mit Lebensmitteln. So werden in Kiel etwa 30 Einrichtungen wie beispielsweise Schulen, Kinderhäuser oder Großküchen mit Waren beliefert. Zu den Lebensmitteln, die die Tafeln erhalten, wird nichts hinzugekauft.

 Rund 60000 Menschen unterstützen die Tafeln in Deutschland, als Helfer vor Ort, Fahrer, Berater oder Dienstleiter. „Die Kieler Tafel hat zurzeit etwa 200 ehrenamtliche Helfer,“ erklärt Kotte weiter. Viele Rentner opfern ihre Freizeit, um sich ehrenamtlich in die Arbeit der Tafeln einzubringen. Doch wie stellen die Tafeln sicher, dass ihre Hilfe auch bei den Menschen, die darauf angewiesen sind, ankommt? Ganz einfach. Da die Helfer immer vor Ort sind, sehen sie natürlich, ob ihre Hilfe etwas nützt und bei den Bedürftigen ankommt.

Lediglich im Bundesverband der Tafeln in Berlin arbeiten auch hauptberuflich Angestellte in der Verwaltung. Die Gehälter dieser Personen werden durch Großsponsoren wie Lebensmittelhersteller, Automobilhersteller, Mobilfunkanbieter oder überregionale Handelsunternehmer finanziert. Doch lokal unterstützen auch Bäckereien und Fleischereien oder Kfz-Betriebe die Tafeln, indem auch sie ihre überschüssige Ware an die Tafeln spenden oder Tafel-Fahrzeuge kostenlos reparieren.

 Grundsätzlich kann aber jeder etwas dazu beitragen, dass die Tafeln auch weiterhin existieren. Interessierte können verpackte Lebensmittel oder Waren des täglichen Gebrauchs spenden oder ein paar Stunden ihrer Freizeit am Tag, in der Woche oder im Monat zur Verfügung stellen, um sich als Helfer oder Fahrer zu engagieren. Weitere Informationen zur ehrenamtlichen Mithilfe und Spendenmöglichkeiten gibt es unter www.tafel.de

 Von Hanna Bluhm, Klasse 8b, Gymnasium Elmschenhagen