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Schleswig-Holstein Polizei sucht Nachwuchs
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07:00 21.01.2019
Von Bastian Modrow
Foto: Harter Job: Der Beruf des Polizisten ist in Schleswig-Holstein weniger gefragt.
Harter Job: Der Beruf des Polizisten ist in Schleswig-Holstein weniger gefragt. Quelle: Carsten Rehder
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Kiel

 Für die Gewerkschaften ist der Fall klar: Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist die Landespolizei für junge Menschen nicht attraktiv.

In den kommenden vier Jahren will das Land in jedem Jahr mindestens 400 junge Frauen und Männer ausbilden. Langfristig soll die Zahl der Beamten in Schleswig-Holstein bis zum Jahr 2023 um 500 auf dann 7300 steigen – so die politische Vorgabe. Das Problem: Es wird immer schwieriger, geeignete Bewerber zu rekrutieren. Bereits in den vergangenen Jahren gelang es nur mit Mühe, die Zielzahl von 400 Neueinsteigern, die die notwendige Tauglichkeit erfüllten, zu erreichen. Erschwerend hinzu kommt die rückläufige Zahl von Bewerbungen: Für das neue Ausbildungsjahr bewarben sich bislang 2650 Frauen und Männer – 120 weniger als noch 2018.

"Der Konkurrenzdruck ist hoch"

„Der Konkurrenzdruck durch den Wettbewerb mit der freien Wirtschaft, aber auch mit anderen Polizeibehörden in Norddeutschland ist hoch“, argumentiert Torge Stelck vom Landespolizeiamt in Kiel. Entscheidend sei unter dem Strich auch weniger die Masse als vielmehr die Qualität der Bewerber. „Wir werden zufrieden sein, wenn es uns gelingt, zum 1. August 2019 und 1. Februar 2020 alle Ausbildungs- und Studienplätze zu besetzen“, sagt Stelck.

Innerhalb der Landespolizei hoffen viele, dass die von Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) angekündigte Umwandlung der Polizeischule zu einer Polizeiakademie zeitnah umgesetzt und die Ausbildung personell und konzeptionell auf neue Füße gestellt wird. „Es wäre fatal, wenn unsere Landespolizei nur noch die Anwärter bekommt, die in den anderen Bundesländern abgelehnt wurden“, sagt ein Ausbilder. Und einen klaren Standortnachteil kann Schleswig-Holstein so oder so nicht wettmachen: „Junge Leute wollen etwas erleben, und da ist Hamburg einfach klar im Vorteil.“

Frank Behling 21.01.2019
Julia Carstens 20.01.2019