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Schleswig-Holstein Abnehmer für AKW-Abfall in Sicht
Nachrichten Schleswig-Holstein Abnehmer für AKW-Abfall in Sicht
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19:55 10.09.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
Bei der Deponierung von AKW-Abfällen in Schleswig-Holstein zeichnet sich erstmals eine Lösung ab. Quelle: Franziska Kraufmann/dpa
Kiel

In Schleswig-Holstein sind zwei Deponien grundsätzlich bereit, schwach strahlenden Abfall aus dem Rückbau der Atomkraftwerke in Schleswig-Holstein zu entsorgen. "Wir können uns vorstellen, bestimmte Abfälle aus Krümmel aufzunehmen“, sagt der Leiter der Entsorgungsanlage in Wiershop, Thomas Buhck. Seine Bedingung: „In der Region muss es darüber einen Konsens geben.“ Buhck führt deshalb regelmäßig Gespräche auch mit Umweltschützern, stellt aber klar: Für Abfälle aus den beiden anderen Kernkraftwerken in Schleswig-Holstein, Brunsbüttel oder Brokdorf, „steht die Deponie nicht zur Verfügung.“

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Wiershop gilt bei Atomexperten als Idealdeponie für Krümmel. Der Meiler ist keine zehn Straßenkilometer entfernt und liefert bereits freigemessene Abfälle nach Wiershop, so etwa Bauschutt aus Arbeiten am Zwischenlager. Beim beantragten Rückbau des einst größten Siedewasserreaktors der Welt könnten in den nächsten 20 Jahren bis zu 30000 Tonnen schwach belasteter Müll anfallen, vor allem Dämmstoffe und Bauschutt. Wiershop könnte solche Mengen leicht aufnehmen.

Lübeck ist ebenfalls bereit

Auch für das Atomkraftwerk Brunsbüttel, dessen Rückbau angelaufen ist, scheint eine Lösung möglich. „Die Deponie Lübeck-Niemark ist grundsätzlich bereit, Abfälle aus Kernkraftwerken aufzunehmen“, sagt Innensenator Ludger Hinsen (CDU). „Wenn wir aus der Kernenergie aussteigen, muss sich auch jemand um den Bauschutt kümmern.“ Hinsen stellt zugleich klar, dass die Deponie die in AKW freigemessenen Abfälle (Strahlendosis unter zehn Mikrosievert pro Jahr) vor einer Einlagerung nochmals kontrollieren würde. „Wir müssen jede Gefährdung für die Bevölkerung ausschließen.“ Bürgerproteste gibt es in Lübeck bisher nicht.

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Aus Sicht von Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) kommen neben Wiershop und Niemark zwei weitere Deponien in Frage. In Johannistal/Gremersdorf (Ostholstein) hat sich aber die Gemeinde gegen Abriss-Müll ausgesprochen, und in Harrislee bei Flensburg wehrt sich eine der aktivsten Bürgerinitiativen im Norden gegen „Atom-Müll“.

Vattenfall setzt auf Schlewig-Holstein

Der Konzern Vattenfall, der als Hauptbetreiber der Reaktoren Krümmel und Brunsbüttel für die Entsorgung der Abfälle verantwortlich ist, verweist derweil auf den politischen Wunsch, die Abfälle in Schleswig-Holstein zu entsorgen. „Daran werden wir arbeiten“, betont Sprecherin Sandra Kühberger. Der Konzern werden den Dialog auch mit den Deponie-Betreibern fortsetzen.

Geht es darum, was ihre Region bieten muss, legen Schleswig-Holsteiner allergrößten Wert auf eine gute medizinische Versorgung. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der AOK Nordwest. 94 Prozent gaben an, dass ihnen die Verfügbarkeit eines Hausarztes am wichtigsten sei.

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